
Zu ihnen gehört Benjamin Pfister, der von 1996 bis 2000 als Stipendiat und Büroleiter im Designlabor tätig war und anschließend als Designmanager und Leiter des Markenmanagements bei der Deutschen Bahn sowie als Creative Director für Daimler Chrysler Karriere machte. Seit 2003 ist er stellvertretender Direktor an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau. Für ihn ist die Schließung des Designlabors Ausdruck von fehlender Weitsicht in der Kreativwirtschaft.
„Traurig ist, dass ein Wirtschaftssenator die Arbeit dieses international hochgradig erfolgreichen Instituts auf der Basis kritisiert, dass es für regionale Einsätze zu wenig geleistet habe.“ Genauso gut könne er das Mercedes-Werk tadeln, weil deren in Bremen produzierte Cabrios zu selten auf Bremerhavener Straßen zu sehen sind.
Die Liste der Projektbetreuer lese sich wie ein „Who is Who“ der Designprominenz, macht Pfister deutlich. Weltbekannte Gestalter wie Alberto Meda und Richard Sapper (siehe unten), Roger Tallon, Florian Fischer, Prof. Volker Albus und der langjährige Vorstandsvorsitzende Francois Burckhardt hätten den Ruf des Labors weit über Deutschlands Grenzen hinaus gemehrt. Wodurch auch internationale Auftraggeber wie Alessi, Siemens, Airbus und Zumtobel darauf aufmerksam wurden und in Bremerhaven arbeiten ließen.
Für die Region sind unter Pfisters Leitung die außergewöhnliche Fußgängerklappbrücke in Bremen-Vegesack und die mit Segeldächern überspannten Buswartehäuschen entstanden. Im Auftrag von Airbus wurden Menüboxen für ein neues Cateringsystem entworfen, worauf fünf Patente angemeldet wurden.
„Das Designlabor und seine Leiterin Anne Havliza konnten unkonventionelle Ideen zum Ziel führen“, macht Pfister deutlich. „Nämlich modernste Entwürfe zu träumen, gegen die üblichen Marketingwege zu erstellen und dank des Rückhalts anerkannter Designgrößen in den Konzernleitungen durchzusetzen.“
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Paul Bödeker hatte es vor diesem Hintergrund als Unverschämtheit bezeichnet, dass Senator Günthner dem Designlabor mangelnde Qualität in der Arbeit unterstelle. Die CDU greift das Thema deswegen in einem Antrag für die Stadtverordnetenversammlung auf. Sie beginnt heute um 14.30 Uhr im Friedrich-Schiller-Haus.
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