
Das Animalische an dieser Spelunke versprach den besonderen Kick. „Die Frauen waren ganz irre darauf, da mal hinzugehen und sich das anzusehen, wie es in einer richtigen Hafenkneipe zugeht.“ Und so standen sie dann an der langen versifften Bar. Und wollten so gar nicht dahin passen. Viele kamen im Abendkleid, erinnert sich Irmgart Frommer, nach dem Ball oder dem Theater. Die Begleiter waren dann so lange bequatscht worden, bis sie ihre Damen in diese hauptsächlich von Seeleuten besuchte Kneipe führten. Eine Bar, die niemals schloss. In der richtig fertige Typen sturzbetrunken über den Tresen hingen und der Ton der Konversation wenig geschliffen war.
Auch die Umgangsformen, erinnert sich die Hotelwirtin, waren nicht immer vom Feinsten. Oftmals entbrannten dort die wildesten Schlägereien, bei denen dann erst einmal die Mädels in Sicherheit gebracht wurden. Aus einer entfernten Ecke heraus ließ sich das Schauspiel aber immer noch prima verfolgen. Mitten drin statt nur dabei. Von solch einer Schlägerei konnte so manch eine Bürgertochter noch ihren Enkelkindern berichten.
Zum Stammpersonal in der „Sportklause“ gehörte auch ein gewisser Terry Thun, ein stadtbekannter Haudrauf, der auch gerne einmal von umliegenden Wirten zu Hilfe gerufen wurde, wenn in ihren Lokalen die Atmosphäre zu eskalieren drohte. Wenn er mit seinem Schäferhund auftauchte, war in der Regel schnell „Ruhe im Puff“.
Betrieben wurde die „Sportklause“ von Charly Hogeven: „Ein ganz feiner Mann, von dem man niemals geglaubt hätte, dass der solch eine Kaschemme besitzt.“ In der Kneipe selbst ließ er sich aber so gut wie nie blicken. Dort wäre er vermutlich ein ähnlicher Fremdkörper gewesen wie die Frauen im Abendkleid. Am Laufen gehalten wurde die Gaststätte von den patenten Barfrauen: „Die haben sich wirklich alle richtig Mühe gegeben, auch wenn die Gläser nicht immer so richtig sauber waren.“
Fotografiert hat in der „Sportklause“ offenbar niemand. Auch von außen war kein Bild aufzutreiben, obwohl vom direkten Umfeld – von der „Roten Mühle“ und dem „Störtebecker“ – einige Aufnahmen existieren. Heute gähnt an der Stelle, an der die berüchtigte Hafenbar einmal gestanden hat, nur noch ein Loch. Über die Geschichten von damals ist dort inzwischen buchstäblich Gras gewachsen.
Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell
Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.