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Schiffe im Museumshafen künftig eingezäunt?

Mitte (nz). Für die schwimmende Flotte des Deutsche Schiffahrtsmuseums (DSM) wird das Geld knapp. „Wir können uns den Unterhalt auf Dauer nicht mehr leisten“, warnt DSM-Direktorin Dr. Ursula Warnke. Alternative Ideen gibt es. Eine lautet, künftig nur noch Schiffe zu leasen. Eine andere, das Gelände einzuzäunen und die Flotte nur noch zahlenden Gästen zugängig zu machen.

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100 Millionen Euro stehen für den Ausbau des DSM bis 2015 bereit, einschließlich der Neugestaltung der Außenbereiche. Damit erhält das Nationalmuseum zwar ein attraktives Umfeld. Ein Problem wird jedoch ausgespart: die Museumsschiffe im Hafen. „Mit unserer Flotte haben wir in Europa ein Alleinstellungsmerkmal. Das leistet sich sonst keiner mehr“, vergleicht Ursula Warnke mit anderen Museen. „Ich bettle nicht um Geld. Aber wir müssen uns überlegen, wie wir den Unterhalt langfristig sichern wollen.“

Sieben Pflegefälle

Die sieben Originalschiffe im Alten Hafen seien ständige teure Pflegefälle. Allein wenn die Bark „Seute Deern“ 2011 zur Reparatur im Dock fällig ist, rechnet das DSM-Direktorium mit Kosten von über einer Million Euro. Ursula Warnke: „Wir müssen uns was Neues überlegen.“

Aber was? Sieben wertvolle Schiffe im Hafen, drei an Land und weitere 41 Originalschiffe vom Boot bis zum Rettungskreuzer und der Original Hansekogge von 1380 im Museum stehen nicht nur für sich selber, sondern beschreiben auch das Risiko und den historischen Wert von Europas größter Sammlung von Originalschiffen. Deshalb sind Überlegungen, ob man nicht Teile der schwimmenden Flotte besser trocken legen sollte, „damit man auch die interessanten Unterwasserschiffe sehen kann“, eher Planspiele; denn auch die beiden Direktoren Ursula Warnke und Prof. Dr. Lars U. Scholl wissen, dass die Flotte vor dem Museum einen hohen Identifikationswert hat, weil „Schiffe gucken“ zu allen Zeiten ein besonderes Erlebnis für Besucher einer Seehafenstadt war und ist.

„Wir leisten mit unserer Flotte im Alten Hafen einen wichtigen touristischen Beitrag für Bremerhaven“, erinnert Ursula Warnke; denn die Flotte liegt in einem städtischen Hafen mit fast 10 000 Quadratmetern Wasserfläche und ist eine wertvolle Visitenkarte am neuen Tourismusresort „Havenwelten“.

Die Stadt selbst ist mit der Bundesrepublik und dem Land Bremen einer der drei Stifter des DSM. Und mehr noch: Die Bark „Seute Deern“ – weltweit der einzige und größte hölzerne Rahsegler – war ein Stiftungsgeschenk der Stadt an das Nationalmuseum.

Die fast 76 Meter lange Bark, die 1919 als Schoner in den USA gebaut und 1938 in Hamburg zum Rahsegler umgeriggt wurde, ist zwar zu einem maritimen Wahrzeichen der Stadt und des Museums geworden, aber auch bei allem Stolz zu einer Bürde. Seit Ende des Krieges rettete sich die „Seute Deern“ von Pleite zu Pleite, kam über Travemünde, Hamburg und Delfzijl nach Emden und zuletzt 1966 als Restaurant-Schiff nach Bremerhaven, wo es praktisch den Museumshafen Alter Hafen begründete, noch bevor es das DSM gab.

Größter Kostgänger

Seitdem das Museum die Bark unterhält, gehört sie zu ihren größten Kostgängern. „Es gibt aktuell keinen Anlass zur Sorge. Aber wir müssen darauf hinweisen, dass sich diese Probleme nicht von alleine lösen werden“, so die DSM-Direktorin. Kreative Alternativen zum Erhalt einer historischen Flotte gebe es: Schiffe könnten von privaten Firmen unterhalten und vom Museum lediglich geleast werden. Eine Idee ist auch, die Schiffen in ein geschlossenes Areal zu legen und zusätzlich Eintritt zu nehmen. „Wir können uns alles vorstellen, was die Einnahmesituation verbessert“, sagt Ursula Warnke: „Entschieden ist jedoch noch nichts.“

Die Zeit drängt: Neben der „Seuten Deern“ steht auch die Sanierung des Feuerschiffs „Elbe 3“ auf der Tagesordnung. Kosten: mindestens 20 000 bis 30 000 Euro. Dafür hofft das Direktorium auch auf Hilfe von privaten Sponsoren und Bürgerstiftungen.

Artikel vom 24.07.09 - 12:00 Uhr
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