
Die Waffen von Sportschützen gehören nach Ansicht von Tschöpe nicht in die Privatwohnungen. Er fordert ein Gesetz, dass die Schützen zwingt, Waffen und Munition in gesicherten Depots auf den Schießsportanlagen aufzubewahren. „Einen Amoklauf kann man nicht verhindern. Aber so wird zumindest der Zugang zu Waffen erschwert“, sagt Tschöpe.
Einem solchen Waffendepot bei den Schützenvereinen hatte Jürgen Wintjen, Vorsitzender des Bezirksschützenverbandes Bremerhaven-Wesermünde, gegenüber der NORDSEE-ZEITUNG bereits eine Absage erteilt. Die Waffenlager müssten wie eine Festung gegen Diebstahl gesichert werden, lautete seine Kritik. Tschöpe lässt das nicht gelten. „Das ist wie das Argument, Geld sei im Sparstrumpf sicherer als auf der Bank.“
Tschöpe will weitere Riegel gegen Missbrauch ins Waffenrecht einbauen. Härtere Strafen gegen Verstöße gehören dazu. Aber auch ein psychologisches Eignungszeugnis für Waffenbesitzer. Bislang sei das nur für Personen unter 25 Jahren erforderlich. Tschöpe fragt sich auch, ob Kindern der Zugang zum Schießsport verwehrt werden müsse: „Ich finde es schrill, dass Zwölfjährige mit der Wumme auf dem Schießstand stehen dürfen.“ Die SPD fordert nun vom Senat, im Bundesrat eine Initiative zur Verschärfung des Waffenrechts zu starten. Wie die Grünen sich dazu verhalten werden, ist noch unklar.
Unterdessen griff der Vorsitzende der Jungen Union, Denis Ugurcu, Schuldezernent Dr. Rainer Paulenz (SPD) hart an: Der weigere sich, die Polizei bei einem Notfallkonzept zu unterstützen. Sowohl die Polizei als auch Paulenz wiesen die Kritik zurück. Die Zusammenarbeit sei seit Jahren ausgezeichnet, hieß es. Dass Ugurcu aus diesem Ereignis politisches Kapital schlagen wolle, „ist schwer erträglich“, sagte Paulenz.
Sagen Sie uns Ihre Meinung: Sind Sie dafür, dass die Waffen der Schützen in ihren Vereinen und nicht zu Hause aufbewahrt werden sollten? Diskutieren Sie mit unter www.nordsee-zeitung.de/umfrage.
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