Für Madeleine Kück ist das Kinder-Karussell dann doch zu rasant. „Mama, ich will raus“, schreit die Sechsjährige und versucht dabei, Rolf Zuckowski und seine Freunde zu übertönen, die aus den Lautsprechern für die richtige Stimmung sorgen sollen. Mit Zuckerwatte in der einen Hand und einem überdimensionalen Polyester-Hasen auf dem Schoß beschließt Madeleine, das Karussell einfach schon mal während der Fahrt zu verlassen. Eine kurze Rettungsaktion folgt, bei der die Zuckerwatte im Boden des Fahrgeschäfts verschwindet. „Macht nix, kriegst gleich ’ne neue Zuckerwatte“, tröstet Monica Kück ihre Tochter. Doch zuerst geht es zu den „richtigen Karussells“, darauf freut sich Monica Kück schon seit Wochen. „Mein Mann hat sich extra frei genommen, damit ich ein paar Runden im ,Breakdancer‘ und in der ,See-Sturm-Bahn‘ drehen kann, während er auf die Kleine aufpasst“. Ihr Mann Stefan ist kein Freund von schnellen Dingen. Er bevorzugt die Fischbrötchen-Stände und Glücksspiel-Hallen. Von denen gibt es dieses Jahr jede Menge in jeder Himmelsrichtung. Das scheint besonders eine Gruppe männlicher Marktbesucher zu freuen. Immer wieder pendeln sie vom Auto-Scooter zu den Greifarm-Automaten, um für das Mädchen ihres Herzens kleine Präsente zu erspielen. Besonders begehrt – Handytaschen aus Plüsch.
