
Bislang konnte die Polizei dort nur gegen die Prostituierten selbst vorgehen. Eingedämmt werden konnte die Szene dadurch aber nicht. Nun hat der Senat eine Verordnung erlassen, wonach auch die Kunden mit bis zu 5000 Euro zur Kasse gebeten werden können.
Doch ist ein Sperrbezirk auch für Bremerhaven sinnvoll? Die CDU meint ja. Sie wollte schon früher den Kontrolldruck auf dem Straßenstrich verstärken. Das sei mit der SPD aber nicht zu machen gewesen, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Thorsten Raschen. Inzwischen erhebt die CDU die Forderung, die gesamte Stadt mit Ausnahme der Lessingstraße zum Sperrbezirk zu erklären.
Die SPD dagegen hält von einer Auflösung des Straßenstrichs in der Van-Heukelum-Straße überhaupt nichts. Das würde das Problem nur woanders hin verlagern, sagt deren stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martina Kirschstein-Klingner. Forderungen, die Sexmeile per Dekret zur Müllverbrennungsanlage oder ins Gewerbegebiet Weddewarden zu verlegen, findet sie absurd. In der Van-Heukelum-Straße habe die Polizei das Geschehen im Blick. Das sei besser, als die Szene unkontrolliert ins Stadtgebiet hinein wuchern zu lassen. Es müsste allerdings darüber nachgedacht werden, wie die Belästigung für Anwohner so gering wie möglich gehalten werden kann.
Einige Anwohner und Gartenbesitzer aus dem Kleingartengebiet an der Batteriestraße hatten vor allem über Verschmutzung und den zunehmenden Autoverkehr geklagt. Dass jetzt Abfallkörbe dort aufgestellt wurden, helfe dem Problem nicht ab. Inzwischen wird in der Stadtverwaltung auch über das Aufstellen von Baustellen-Toiletten und über Möglichkeiten nachgedacht, den Zugang zu den Kleingärten am Abend mit verschließbaren Toren zu erschweren. Auch sogenannte Verrichtungsboxen, in die die Freier mit den Frauen wie in einen Carport hineinfahren können, sind im Gespräch.
Mit den Lehern diskutieren darüber heute Vertreter der Politik, der Verwaltung und der Polizei.

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