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Reformpläne: Schulleiter sind sauer

Bremerhaven. Bei der Schulreform haben die Koalitionäre manche Schulleiter offenbar stark verärgert. Die Gemütslage bezeichnet ein Insider als „hochgradig irritiert“. Hintergrund ist, dass das Lloyd-Gymnasium bei der Schulreform bis zur Kommunalwahl 2011 außen vor bleibt. Alle anderen weiterführenden Schulen der Seestadt wandeln sich ab dem Schuljahr 2011/2012 in Oberschulen um. Die Schulleiter hatten sich mit einer Fassung des Schulentwicklungsplans auseinandergesetzt, die später keine politische Gültigkeit mehr hatte. Denn der Ursprungsentwurf bezog das Lloyd-Gymnasium noch in die Reform ein. Da die CDU das Gymnasium in seiner jetzigen Form erhalten will, kam es mit der SPD zum Kompromiss: Erst nach der Wahl soll über die Zukunft des Lloyd-Gymnasiums entschieden werden. Von Denise von der Ahé

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„Ich war selbst erstaunt über die Reaktion einiger Schulleiter“, sagt Schuldezernent Dr. Rainer Paulenz (SPD). Er habe die Schulen frühzeitig informieren wollen, in welche Richtung die Reform gehen könne. „Nicht alles, was wir im Schulbereich für richtig halten, wird im politischen Bereich eins zu eins umgesetzt. Das hätte jedem klar sein müssen.“

Für die Zukunft des Lloyd-Gymnasiums gibt es in Bildungskreisen dem Vernehmen nach die ersten Ideen. Auch das Gymnasium müsse aus Qualitätsgründen ein Interesse daran haben, sich für einen Unterricht zu öffnen, der Schüler noch stärker individuell fördert. So könnte beispielsweise der Bildungsgang erhalten bleiben, der nach zwölf Jahren Schulzeit zum Abitur führt. Parallel könnten Bildungsgänge einer Oberschule angeboten werden. Dann wäre auch dort das Abitur nach 13 Schuljahren möglich.

Eine Schule mit zwei Formen?

Das Gymnasium müsse auch eine Lösung finden, wie es mit schwachen Schülern umgehe, die auf dem Weg zum Abitur nicht mitkämen. Nach dem neuen Landesschulgesetz müssen die Gymnasien diesen Schülern auch andere Schulabschlüsse ermöglichen.

Bezüglich des Lloyd-Gymnasiums sei langfristig grundsätzlich auch eine Schule mit Gymnasium und Oberschule denkbar, so Paulenz. „Aber das ist zurzeit reine Spekulation.“ Momentan sei unklar, inwieweit das Gymnasium behinderte Schüler integrieren werde.

Im neuen Schulentwicklungsplan fehle der Hinweis, dass der Weg zu „Einer Schule für alle“ alternativlos sei, kritisiert Bernd Winkelmann, Landesvorstandssprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Das Bündnis „Eine Schule für alle“ hat den Parteien bei der Schulreform auf den Zahn gefühlt und will die Ergebnisse heute vorstellen. „Die Schulentwicklung funktioniert nur, wenn die nötigen Mittel für Personal und Sachmittel bereit gestellt werden“, betont Winkelmann. Auch Inhalt und Umfang der Lehrerfortbildung müssten stimmen.

Der Schulausschuss wird den Schulentwicklungsplan am 15. März diskutieren. Dann können Eltern und Schüler Stellung nehmen. Der Ausschuss soll die Reform am 8. Juni beschließen.

 

Artikel vom 08.03.10 - 15:00 Uhr
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