
„Ein Motorradfahrer hat keine Knautschzone, die ihn schützt“, sagt Werner Stox von der Bremerhavener Polizei. Das Risiko für Motorradfahrer, bei einem Unfall getötet zu werden, sei 18-mal größer als für Autofahrer. In der Stadt sind 3224 motorisierte Zweiräder zugelassen. Im vergangenen Jahr waren diese Fahrer an 112 Verkehrsunfällen beteiligt. 55 erlitten leichte Verletzungen, 14 wurden schwer verletzt, ein junger Rollerfahrer starb.
Biker müssten immer damit rechnen, dass sie übersehen würden oder ihre Geschwindigkeit unterschätzt werde. Doch Stox weiß aus Unfallauswertungen auch: „Motorradfahrer fahren sehr schnell, das macht ja Spaß.“
Deshalb wird die Polizei diese Gruppe im August stärker kontrollieren. „Wir halten die Leute auch an“, sagt Stox. Dann stellt sich heraus, wer auf dem „Bock“ sitzt. Raser sollten moderne Fototechnik bei Tempomessungen nicht unterschätzen: „Man kann teilweise in die Helme hineinschauen.“ Vor allem will die Polizei mit den Fahrern ins Gespräch kommen und ihnen die Broschüre „Fahren mit Hirn“ mitgeben. Sie präsentiert auf lockere Art die wichtigsten Regeln, um sich sicher im Verkehr zu bewegen.
Das Tempo-Thema beginnt schon mit den Einsteigern. Die Polizei weiß zu gut, dass schon 14-Jährige gerne ihre Mofas frisieren, um schneller als die erlaubten 25 km/h zu fahren. Mit kleinen Tuningboxen, sagt Projektleiter Michael Zein, gehe das ganz schnell. Tempo 80 bis 100 seien keine Seltenheit. „Aber die Bremsen des Mofas sind gar nicht darauf ausgelegt“, so Zein. Das Unfallrisiko steigt. Deshalb werden auch die Spezialisten der Polizei einen Blick auf Mofa & Co werfen. Wer’s zu weit treibt, muss unter anderem damit rechnen, dass der Roller eingezogen wird.
Doch zu den Risikogruppen gehören nicht nur Jugendliche oder Fahranfänger. Die Polizei zählt auch die 45- bis 50-Jährigen dazu, die früher ihren Motorradführerschein gemacht haben, dann lange nicht mehr gefahren sind und sich nun eine große, schnelle Maschine kaufen. Zein: „Motorräder mit 150 PS sind keine Ausnahme mehr.“ (kik)

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