
Im Pazifik schwimmt ein Müllteppich, so groß wie Zentraleuropa. Er ist das wohl bekannteste Beispiel für das Plastikproblem. Das wabert längst auch in der Nordsee, direkt vor der Haustür. Die UV-Strahlung der Sonne macht den Kunststoff brüchig, und irgendwann zerbröselt jede Plastiktüte, jede Plastikflasche, die im Wasser schwimmt, in kleinste Teilchen.
Auch Plastikpellets, die als Rohstoff für die Herstellung der Kunststoffprodukte gebraucht werden, sind an Stränden zu finden. Dazu kommt das, was Kläranlagen nicht abfangen können und über die Flüsse ins Meer gelangt. „Jeder Fleece-Pullover soll pro Waschgang bis zu 2000 kleine Fasern abgeben“, nennt AWI-Mitarbeiter Dr. Martin Lüder ein Beispiel.
Mikroplastik ist höchstens fünf Millimeter groß. Die meisten Teilchen sind aber kleiner als ein Sandkorn. Doch wie viel davon treibt überhaupt im Wasser? Niemand weiß es, und die Untersuchungen, die es dazu gibt, sind in ihrer Methodik sehr unterschiedlich. Gutow hat deshalb gemeinsam mit britischen und chilenischen Kollegen Richtlinien erarbeitet, um Mikroplastik im Meer standardisiert zu erfassen.
Bei der Forschungsfahrt der „Heincke“ durch Nord- und Ostsee, von Ostfriesland bis Rügen, wollten sich die Wissenschaftler der Mengen-Frage nähern und haben feine Netze durch die oberen Wasserschichten gezogen. „Wir untersuchen runter bis auf 100 Mikrometer“, sagt Martin Lüder. Denn über diese Winzlinge ist noch weniger bekannt. „Microplast“-Projektleiter Dr. Gunnar Gerdts und seine Kollegen, die mit an Bord waren, haben einen ersten Blick auf die Fänge geworfen. Jetzt wird auf Helgoland ausgezählt. Denn per Infrarot-Spektroskopie lassen sich die Inhaltsstoffe entlarven. Ein solches Spezialgerät wurde mit Hilfe des Ministeriums gekauft.

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