
21 Familien hat sie schon auf ihrer Unterschriftenliste, Ursula Schmidts Geduldsfaden ist gerissen. „Hier bohnern die Vollpfosten um die Ecke, Tag und Nacht. Dabei leben hier Familien mit Kindern und viele ältere Leute. Wir möchten, dass die Stadt die Straße verkehrsberuhigt, am besten mit einem Pfosten, den man bei Bedarf umlegen kann.“
Günter Hamann, seit 28 Jahren Anlieger, reicht das noch nicht: Die Schlaglochpiste soll saniert werden. „Wenigstens ein Teil. Leute mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen eiern gefährlich um die Löcher herum.“ Die rutschen, sagt er, seitlich weg an die schiefen Ränder der Straße, die seit ihrem Bau 1923 nie einen Gehweg bekommen hat. „Obwohl hier Tempo 30 angesagt ist“, schimpft Hamann, „und an beiden Enden Schilder ‚Anlieger frei‘ stehen, hält sich keiner dran.“
Mit der Neubausiedlung Auf den Wohden, schlussfolgert Claudius Kaminiarz, Fraktionschef der Grünen und selbst besorgter „Roßbacher“ Familienvater, „hat sich die Verkehrsfrequenz erheblich erhöht. Die Leute kommen hierdurch schneller zur Gaußschule und zu den Kitas“.
Aber auch der Anteil der Anwohner mit Kindern wachse ständig, „vor zehn Jahren lebten hier fast nur Senioren, jetzt spielen hier 12, 15 Kinder vor der Haustür.“ Zwar würden die tiefsten Krater immer wieder notdürftig geflickt, räumt Ursula Schmidt ein, „aber das spritzt ja alles wieder raus, wenn die hier durch preschen.“ 340 Kilometer Straße muss die Stadt unterhalten, 400 000 Euro sind dafür jährlich im Haushalt. Das reiche hinten und vorne nicht, betet Baustadtrat Volker Holm (CDU) immer wieder herunter und verweist auf „70 Kilometer nur provisorisch befestigter Straßen“, die es nötig hätten. Reine Anliegerstraßen aber rangieren in der Prioritätenliste weit unten.
Noch mehr als um Sanierung geht es den Roßbachern um eine Sperre. Doch einen Pfahl hält Horst Keipke vom Ordnungsamt nicht für effektiv: „Erfahrungsgemäß bleiben die oft liegen, weil Lieferanten oder Müllabfuhr die nicht wieder aufrichten.“ Welche Maßnahme gegen Raser wirke, sei „eine Einzelfallsfrage. Das prüfen wir jetzt mit dem Amt für Straßen- und Brückenbau“.
