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Nur Lippenbekenntnisse


Bremerhaven. „Wir stehen an der Seite des Designlabors“, beteuern Vertreter von SPD und CDU. Doch das wird womöglich nicht reichen. Sie müssten auch was tun. Im Finanzierungsstreit zwischen Stadt und Land scheint zurzeit aber eher die Tendenz zu bestehen, das Thema auszusitzen. Auch in der Stadtverordnetenversammlung blieb es bei Lippenbekenntnissen. Von Rainer Donsbach


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Ob im Designlabor im alten Fährhaus zum Jahresende die Lichter ausgehen, hängt von einer Entscheidung des Wirtschaftssenators ab. Der lässt zurzeit alle Fördermaßnahmen für die Kreativwirtschaft prüfen und möchte am liebsten, dass das Designlabor künftig von der Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS finanziert wird. Die SPD/CDU-Koalition allerdings lehnt das bisher strikt ab. Foto Archiv

Walter Müller von der Partei Die Linke wollte mit seinem Antrag erreichen, dass die im alten Fährhaus beheimatete Kreativschmiede wie vom Land gewünscht in die Bremerhavener Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS übernommen wird. Bei der Koalition will davon aber niemand etwas wissen. „Die Kosten sollen einfach nur auf uns abgewälzt werden“, mutmaßt der CDU-Fraktionsvorsitzende Paul Bödeker.

Bislang wird das Designlabor aus Landesmitteln finanziert. Doch nach der Neuordnung der bremischen Gesellschaften möchte das Wirtschaftsressort die Einrichtung in die Seestadt abgeben. Die Finanzierung sei nur noch bis Ende des Jahres gesichert, bestätigt Laborleiterin Anne Havliza. Bis dahin können Miete und Gehälter bezahlt werden. Was danach kommt, weiß niemand.

Zurzeit steht in Bremen alles auf dem Prüfstand, nicht nur das Designlabor. Das Wirtschaftsressort sichtet und bewertet sämtliche Maßnahmen, mit denen das Land die Kreativwirtschaft fördert. Bis Ende des Jahres soll eine Entscheidung darüber fallen, was es für entbehrlich hält und was nicht.

SPD-Fraktionschef Klaus Rosche glaubt nicht, dass das Designlabor akut gefährdet ist. Deswegen bestehe auch kein dringender Handlungsbedarf, wie von den Linken gefordert: „Der Antrag ist nur Show“, glaubt Rosche. Unionskollege Bödeker warf den Antragstellern sogar vor, sie würden „gegen die Interessen der Stadtgemeinde“ handeln.

„Gute Arbeit geleistet“

Was aus Sicht der Koalitionäre hinter dem Vorstoß des Wirtschaftsressorts steht, machte Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD) deutlich: „Das Designlabor hat gute Arbeit geleistet, aber irgendwann wurde es knapp mit dem Geld. Da hätten sich die Bremer gedacht, sie könnten das Thema nach Bremerhaven entsorgen. „Das haben wir abgelehnt.“

Inzwischen sei die Design GmbH, zu der das Designlabor gehört, Bestandteil der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) geworden. „Die sollen nun sagen, wie es weitergeht“, fordert Schulz, „denn langsam werden die Leute hier mutlos.“

Artikel vom 09.09.10 - 12:00 Uhr
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