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Notfallplan für Krise im Hafen


Bremerhaven. Zusätzliche Wochenendschichten, weniger Lohn, Zuteilung von Freischichten und Urlaubstagen – vielen Hafenarbeitern dürfte bei solchen Maßnahmen der Kamm schwellen. Der Chef des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB) findet sie zumutbar, wenn damit in einer künftigen Krise Entlassungen vermieden und die Lasten auf mehreren Schultern verteilt werden können. Von Klaus Mündelein


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Zu Beginn des vergangenen Jahres kämpften die Hafenarbeiter in Bremerhaven für ihre Löhne. Wenn die laut Notfallplan in Krisenzeiten wieder abgesenkt werden dürfen, drohen womöglich weitere Arbeitskämpfe. Foto: eer

Der GHB hat einen Notfallplan für schlechte Zeiten ausgearbeitet. „Wir wollen in einer Krise vorbereitet sein“, sagt Geschäftsführer Hubertus Ritzke. So ein Debakel wie Anfang 2009 will er nicht noch einmal erleben. „Wir waren am Rand der Existenz“, sagt Ritzke zu der Krise, die im Hafen zu massiven Umschlagseinbrüchen führte, zu Entlassungen und zu jeder Menge Ärger. Damals war man von dem rasanten Abwärtstrend beim Umschlag überrollt worden, und damals, so Ritzke, konnte der GHB wegen seiner vielen Beratungsgremien nur schwerfällig reagieren. Das soll anders werden.

Jetzt, in den guten Zeiten, will man sich wappnen. Mit einer Vereinbarung, die ein schnelles, stufenweises Vorgehen im Falle von wirtschaftlichen Schwierigkeiten ermöglicht. „Wir haben einen Strauß von Maßnahmen“, sagt Ritzke. Das beginne mit Kurzarbeit, die am wenigsten einschneidend sei, „und dann muss man weiter sehen, wie es sich entwickelt“.

Sollte sich die Lage nicht verbessern, wird von den Hafenarbeitern Zug um Zug einiges an Zugeständnissen abverlangt. Dann wird auf eine Aufstockung des Kurzarbeitergeld verzichtet, und der Arbeitgeber bestimmt, wann freie Tage und Urlaubstage genommen werden können. Die Arbeiter können zu zusätzlichen Wochendschichten herangezogen werden, und auch der Garantielohn steht irgendwann zur Debatte. Arbeitsverträge werden dann nur noch als Teilzeitverhältnisse abgeschlossen. In der Summe können so die einzelnen Maßnahmen zu Einsparungen in Millionenhöhe führen.

Zum Plan gehört auch die Erhöhung der Garantielohnkasse. Die ist mit 15,3 Millionen Euro zu gering gefüllt. Sie soll um eine Notfallreserve von 5 Millionen Euro aufgestockt werden. Erarbeitet hat das Konzept eine Arbeitsgruppe, die von dem „Ausschuss für Personal und Arbeit“ eingesetzt wurde. In dem Ausschuss sind Gewerkschaft und Hafenbetriebe vertreten.

Bei den Arbeitern ist die Regelung umstritten, räumt Verdi-Landesfachbereichsleiter Dirk Reimers ein. „Aber bei den meisten stößt sie auf Akzeptanz.“ Kritik entzündet sich an vielen Punkten. Zum Beispiel an den zusätzlichen Wochenenddiensten, die schon jetzt höher als bei den Kollegen in den Hafenbetrieben ausfielen, und an der Möglichkeit, den Garantielohn abzusenken. In der Kritik stehen auch Verdi und der Betriebsrat, weil sie die Vereinbarung absegnen wollen. Noch ist das nicht geschehen. Das Papier ist noch in der Abstimmung. Aber Reimers kündigt an, dass man das Konzept mittragen wird.


Artikel vom 26.10.11 - 07:00 Uhr
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