
Von Christoph Barth
Rot-weiß geringelt ist der Schaft, wie es sich für einen Leuchtturm gehört. Der Ausstattung allerdings – eher spartanisch: eine Wendeltreppe, ein paar Fenster, ganz oben eine kleine Plattform. Das alles haben Paleit und seine Kollegen von der Firma Metall- und Holzbau in den vergangenen Wochen in ihrem Werk im Fischereihafen installiert.
Nun liegt der 36 Meter hohe Leuchtturm hinterm Deich und wartet auf seinen Einsatz. An beiden Enden haben sich Autokräne aufgebaut und heben den Schaft vorsichtig von seiner Holzunterlage. „This side up“, steht auf einem Schild am Turm – diese Seite nach oben, was eigentlich nicht so schwer zu erkennen ist. Mit Daumen und Zeigefinger dirigiert Paleit die Kräne. „Bisschen auslegen – langsam – okay, weiter.“
29 Tonnen zeigt die Waage in seinem Führerstand an, als der Turm nach einer dreiviertel Stunde senkrecht am Haken hängt. Langsam schwenkt Rogel seine sperrige Fracht herum. Im Deichfuß steckt bereits das Fundament des Leuchtturms: ein Stahlrohr, das die Bauarbeiter mehr als 20 Meter tief in die Erde gerammt haben. Obendrauf setzt Rogel jetzt behutsam das neue Oberfeuer.
„Passt.“ Schlosser Paleit öffnet die Tür und schlüpft ins Innere des Turms. Mit dicken Bolzen verschraubt er den Schaft auf dem Fundament. Der neue Leuchtturm steht.
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