„Wir bauen.“ Kurz und mit Nachdruck reagiert Mustafa Celik, Vorsitzender der Islamischen Union, auf die Nachfrage, ob die Moschee denn nun kommt oder nicht. „Wir haben die Kostenvoranschläge mehrerer Baufirmen vorliegen und hoffen, innerhalb der nächsten vier Wochen zu einer Entscheidung zu kommen.“
Das indessen kann nicht die Islamische Union mit ihren 120 Mitgliedern allein – als Bauherrin fungiert die Europäische Moscheebau-Unterstützungsgemeinschaft mit Sitz in Köln. Dass die der extremistischen Bewegung Mili Görüs nahe steht, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, war für die Stadt kein Hinderungsgrund, den neuen Bauantrag vor rund einem Dreivierteljahr zu genehmigen.
Über Kaufsummen schweigt er sich aus. Die Projekt- und Baukosten beliefen sich aber auf rund eine Million Euro. „Die Mitglieder der Union werden vieles handwerklich selber stemmen.“ Kleiner als in den früheren Plänen wird die neue Moschee, sagt Mustafa Celik: „Das Minarett soll 20 Meter hoch werden, die Kuppel 15 Meter.“ Außer dem zentralen Gebetsraum sind vier Räume für den Koran-Unterricht der Kinder vorgesehen, Teeräume für Frauen und Männer, ein Jugendraum, auch die Wohnung des Imam, des Vorbeters, wird integriert. „Und ein kleiner Lebensmittelverkauf“, sagt Celik.
Es dränge zeitlich noch nicht, ergänzt Ibrahim El-Zayat, „wir möchten die Ausschreibung in Ruhe zu Ende bringen und über die Details für den Neubau noch beraten. Es soll auf jeden Fall so umgesetzt werden, wie es in den Vereinbarungen mit der Stadt beschlossen worden ist.“ Wenn der Winter milder ausfalle als im vorigen Jahr, könnte mit den Bauarbeiten noch vor Ende des Jahres begonnen werden.
Damit endet ein vier Jahre langes Tauziehen um eine neue Fatih-Moschee für den Verein Islamische Union.
Seit gut 20 Jahren betet die muslimische Gemeinde in der Hinterhof-Moschee – eine von drei Bremerhavener Moscheen neben der Zentral-Moschee Merkez Camii an der Potsdamer Straße und der Selimiye-Moschee an der Lübecker Straße. 2006 hatte die Bauverwaltung genehmigt, das Gebäude aufzustocken, die Gemeinde wünschte sich einen repräsentativeren dreigeschossigen Gebets-Bau mit 17 Meter hoher Kuppel und 33 Meter hohem Minarett. Eine so große religiöse Einrichtung, protestierten daraufhin etliche Nachbarn – und betonten ihr gutes Verhältnis zu den muslimischen Gläubigen – beeinträchtige ihre Lebensqualität.
Die Stadt zog ihre Baugenehmigung zurück – und suchte nach einer neuen Lösung. „Die fanden wir auf der Westseite der Georg-Seebeck-Straße“, resümiert Frank Jacobsen von Seestadt-Immobilien. „Es gab das ausdrückliche politische Interesse, Verantwortung zu tragen und für die muslimische Gemeinde eine gütliche Einigung auf privatrechtlicher Grundlage zu finden. Das ist gelungen. Wir haben das Grundstück an die Eumo verkauft.“ Für welche Summe? „Darüber geben wir grundsätzlich keine Auskunft.“
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