Kohl hofft, dass bei dem Runden Tisch, zu dem der Bremerhavener Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer (SPD) in der kommenden Woche einladen will, konkrete Lösungen gefunden werden. Die Bedingungen für Kurzarbeit seien derzeit sehr günstig. Und er erwartet, dass der Umschlag im Hafen wieder anziehen wird und dann die Mitarbeiter wieder gebraucht werden.
Zumindest zeitweise kann der Arbeitgeber mit Kurzarbeit die Mitarbeiter halten, ohne viel bezahlen zu müssen. Kurzarbeit heißt für die Beschäftigten weniger arbeiten und weniger verdienen. Den Einkommensverlust gleicht das Arbeitsamt mit bis zu 67 Prozent des Nettoarbeitsentgeltes aus. Wenn die Arbeit komplett ausfällt, liegt die Last komplett bei der Agentur für Arbeit.
Durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung sind weitere Anreize geschaffen worden, mit Kurzarbeit die Mitarbeiter in den Betrieben zu halten. Der Arbeitgeber bekommt die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge von der Agentur für Arbeit erstattet. Er bekommt die Beiträge sogar komplett erstattet, wenn die Arbeitnehmer in der Zeit qualifiziert werden.
Damit wären die Lohnkosten praktisch bei null. Als Qualifizierungsmaßnahmen kämen laut Kohl Fahrer-Ausbildungen in Frage – zum Van-Carrier-Fahrer oder zum Brückenfahrer. Wenn als Voraussetzung ein Lkw-Führerschein notwendig ist, könnten auch zwei Qualifizierungsmaßnahmen hintereinandergeschaltet werden.
Die große Frage wird sein, was der GHB unter diesen Bedingungen schultern kann. Klar ist, dass viele der betroffenen GHB-Mitarbeiter keine Umschulung wollen, sie wollen im Betrieb bleiben. Auf dem NZ-Internet-Forum kündigen inzwischen GHB-Mitarbeiter eine Demonstration gegen die Entlassung an.
Kurzarbeit und Qualifizierung statt Entlassung empfiehlt die Agentur für Arbeit den Hafenbetrieben. Damit können die Personalkosten erheblich heruntergedrückt werden.

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