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Mehr Starkregen im Sommer


Mitte. Wenn alle älteren Gebäude gedämmt würden, ließen sich bis zu 50 Prozent Energie einsparen. Eine Erkenntnis beim 5. Extremwetterkongress im Klimahaus. Mit 800 Teilnehmern verzeichnet die Veranstaltung im zweiten Jahr in der Seestadt ein Rekordergebnis. Von Gert-Ulrich Hensellek


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Dicht gedrängt lauschten die Zuhörer beim Extremwetterkongress im Foyer des Klimahauses den Fachvorträgen. Mit 800 Besuchern verzeichnet die Veranstaltung einen Besucherrekord . Fotos ls

Informationsstände verschiedener Institutionen und Unternehmen sowie der großen Wetterdienste, garniert mit Fachvorträgen namenhafter Wissenschaftler: „Das Foyer des Klimahauses hat sich als Auditorium bewährt“, freut sich Arne Dunker, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.

Großes Thema in diesem Jahr sind die Folgen des Klimawandels in den großen Städten. „Die Ballungsräume müssen in den Sommermonaten vermehrt mit Starkregen rechnen, deren Wassermengen größer sind als die Kapazitäten der Kanalisation“, sagte Frank Böttcher, Leiter des Hamburger Instituts für Wetter und Klimakommunikation als Veranstalter.

Bevölkerungswachstum

„Das starke Bevölkerungswachstum ist ein Aspekt, der sowohl die Klimaproblematik als auch die Umweltbelastung im täglichen Leben vor Ort betrifft“, so der Direktor des Climate Service Centers in Geesthacht, Guy Brasseur.

Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin am Institut für Wirtschaftsforschung, warb dafür, die vorhandene Energie besser zu nutzen. Schon jetzt gebe es Städte und Gemeinden, die sich dezentral und klimaschonend mit Energie versorgen würden. Gleichzeitig sprach sie sich auch für eine Laufzeitverlängerung bei den Atomkraftwerken aus: „Wir müssen die Kernenergie so lange nutzen, bis es genügend Alternativen gibt.“

Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender des „Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management“ (B.A.U.M), hält alleine 30 bis 50 Prozent Energieeinsparung für möglich, wenn alle alten Häuser vernünftig wärmegedämmt würden: „Das hilft gleichzeitig dem Handwerk.“

Nachhaltiger Umgang

Für einen nachhaltigeren Umgang mit Energie warb der Fernseh-Meteorologe Sven Plöger. Er forderte, dass Klimaschutz Menschen bereits in jungen Jahren vermittelt werden müsste. Wasser auf die Mühlen von Dunker: „Wir haben in den vergangenen Monaten rund 80 000 Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie man Klima auch in den Unterricht integrieren kann.“ Reformiert werden muss augenscheinlich noch in der Wetterforschung. „Sollten die planerischen Entscheidungen von heute auch in 50 Jahren noch sinnvoll sein, müssen künftige Auswirkungen der Klimaveränderung auf städtische Lebensbereiche so detailliert wie möglich simuliert werden“, forderte Dr. Paul Becker, Mitglied des Vorstands des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

„Kleine Ungenauigkeiten können einen großen Einfluss auf die Prognose haben“, pflichtete ihm Professor Dr. Volker Wulfmeyer, Leiter des Instituts für Physik und Meteorologie der Universität Hohenheim, bei.

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Artikel vom 05.03.10 - 12:00 Uhr
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