
Ganze sechs Tage hat das über Monate angekündigte Touristen-Angebot damit Bestand gehabt. „Die vielen Beschwerden über die Lautstärke haben gezeigt, dass ein Luftkissenboot hier nicht einsetzbar ist“, sagte Lüneburg. Der Lärm aus den 250 PS starken Flugzeugmotoren sei nicht weiter zu verantworten gewesen. Er sah sich daher gezwungen, einen Schlussstrich zu ziehen.
Von dem Aus seiner Geschäftsidee in der Stadt erfuhr Flöder durch die NORDSEE-ZEITUNG. Es war so etwas wie das unrühmliche Ende eines offenbar ziemlich großen Missverständnisses: Die BEAN hatte ihn nur in einer E-Mail über den Platzverweis informiert, nicht aber persönlich. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Flöder. „Die Art und Weise, wie in den vergangenen Tagen mit uns umgegangen wurde, gibt mir sehr zu denken.“
Erst am Freitag hatte der 53-Jährige auf der Weser die ersten Passagier-Fahrten in dem etwa 200 000 Euro teuren Luftkissenboot unternommen. Nach der Auftaktfahrt dauerte es jedoch nicht lange, bis sich Anwohner und Touristen über die Lautstärke seines röhrenden Hovercrafts beschwerten. Die BIS-Tourismusförderer veranlasste das dazu, bereits am Dienstag von der von ihnen beworbenen Aktion abzurücken. Der Lärm durch das Fahrzeug sei „nicht tragbar“.
„Da war ich schon das erste Mal überrascht“, sagt Flöder. Schließlich habe von Beginn an festgestanden, dass sein Hovercraft zwei Flugzeugmotoren besitzt. „Am Dienstag hat die BIS sogar noch nach weiteren Flyern für mein Angebot gefragt.“
Das sollte aber erst der Anfang der Kuriositäten sein. Der Anfang vom Ende, wie Flöder jetzt weiß.
Dienstag: Die BEAN fordert Flöder schriftlich auf, den Lärm durch sein Fahrzeug zu reduzieren. Andernfalls würde ihm der Liegeplatz weggenommen werden.
Mittwoch: Der Unternehmer wird von der BEAN auf eine mögliche Geräuschemissionsmessung hingewiesen, um den Nachweis zu erbringen, dass sein Luftkissenboot leise genug ist.
Donnerstag: Die BEAN verbietet Flöder, ab sofort am Ponton an der Seebäderkaje an- und abzulegen.
„In diesen drei Tagen bin ich aber nie mit dem Luftkissenboot gefahren, sondern habe mir Gedanken gemacht, was ich tun kann“, sagt Flöder. „Jetzt zu sagen: Stellen Sie Ihren Betrieb hier ein. Das finde ich nicht fair. Ich bin enttäuscht.“ Noch am Donnerstag hatte er sich mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde getroffen, um Routen abzusprechen, bei denen Naturschutzgebiete mit seltenen Vogelarten umfahren werden sollen. „Ein gutes Gespräch“, meint Flöder.
Dennoch warf die BEAN seine Pläne nun trotz erst wenige Tage alter Forderungen über den Haufen. Hat die Hafen-Entwicklungsgesellschaft damit ihr Wort gebrochen? „Nein“, sagt Lüneburg. „Aber Messungen und Nachweise, das ist doch alles Quatsch. Das Boot ist einfach zu laut für ein Touristen-Zentrum.“
