
Aus allen Himmelsrichtungen kamen sie anmarschiert. Laufende Meter voller Tatendrang, die nur eins im Kopf hatten: Liedertexte. Die hatten sie mit ihren Erzieherinnen wochenlang geübt, um den Bremerhavenern zu zeigen, wie viel Spaß Singen macht.
„Singen verbindet und ist gut für die Sprachentwicklung“, sagt Robert Reichstein von der Abteilung Kinderförderung der Stadt Bremerhaven. Er war begeistert von der Idee, alle Kitas der Stadt zu einem offenen Singen zusammenzutrommeln. Und wer hat’s erfunden? Chorleiter Jörgpeter Birke. „Etwas Ähnliches gab es in Oldenburg, da habe ich gesagt: Das können wir hier auch“, so Birke.
Es folgte ein Treffen mit den Kita-Mitarbeiterinnen. „Das Besondere ist, dass nicht nur städtische sondern auch Kitas freier Träger zusammen gekommen sind“, sagt Robert Reichstein. Die Erzieherinnen übten mit den Kindern und heraus kam ein Riesenchor für eine Stunde, der mit Leidenschaft bei der Sache war.
„Bei so einer tollen Sache sind wir gerne dabei“, sagt Klaus Friedrichs vom Rockcyclus Bremerhaven, der für die richtige Beschallung sorgte. Vielleicht waren ja auch schon ein paar Nachwuchsrocker dabei. Laut genug singen konnten die Kinder jedenfalls. Da ging es um Eisenbahnen, Sonnenschein und Körperteile, die sich wie Flummis anfühlen. Eben Dinge, die Kinder bewegen. Und genau das taten sie dann auch: Sich bewegen. „Bisschen ausflippen ist jetzt angesagt“, forderte Jörgpeter sie auf. Nicht leichter als das. Zum Flummilied hüpften und wackelten alle um die Wette.
„Das Lied finde ich am besten“, sagt Silas aus Wulsdorf. Vielleicht war dieser Tag ein Meilenstein in seiner Musikerkarriere, „ich möchte nämlich Trommler werden“. So viel Begeisterung darf nicht verpuffen. „Sagt euren Eltern, sie sollen euch nicht nur eine Gutenachtgeschichte erzählen, sondern auch ein Lied mit euch singen“. Die Texte können die Kinder ja. Jetzt sind Mama und Papa mit Lernen dran.
