
Seit Jahren kämpfen die Anwohner in Höhe der Geestebrücke am Zubringer Mitte für Lärmschutzwände. Um den Krach durch den zunehmenden Tourimusverkehr kurz vor der Lloydstraße zu minimieren, sollte Schallschutz her. So hatten es die Koalitionäre von SPD und CDU vor der Wahl den Anliegern nach mehreren Demonstrationen versprochen.
Noch im Mai begrüßte Baustadtrat Volker Holm (CDU) den Ausschuss für Bau und Umwelt mit einer Vorlage, nach der die Lärmschutzwand auf der nördlichen Seite der Brücke auf 170 000 Euro veranschlagt sei. Baubeginn sollte kurzfristig nach der Sail sein. Aus welchen Gründen der Lärmschutz nun plötzlich mehr als das Doppelte kosten soll, bringt Holm in Erklärungsnot.
In der Grimsbystraße könne keine Wand in Standardbauweise gesetzt werden, sagt er: „Bei der Detailprüfung im Frühjahr 2010 ist festgestellt worden, dass für eine sichere statische Gründung auf der Stahlbrücke ein höherer Aufwand – als im Jahr 2008 angenommen wurde – notwendig ist“, sagt Holm: Die ersten Zahlen seien lediglich Schätzungen gewesen, argumentiert er. „Dies entspricht einer grob überschlägigen Ermittlung der Gesamtkosten aufgrund von Anhaltswerten verschiedener Lärmschutzwandprojekte.“ Konkrete Berechnungen hätten gezeigt, dass das Unterfangen nunmehr erheblich teurer ausfallen würde.
Sein Vorschlag, angesichts der prekären Haushaltslage ganz auf die Schutzwand zu verzichten, brachte CDU-Fraktionschef Paul Bödeker in Wallung. „Das ist ein sehr ärgerlicher Vorgang, aber wir halten unser Versprechen“, sagt der.
Morgen soll sich der Magistrat mit den fehlenden Geldern befassen. Bereits einen Tag später wird der Finanz- und Wirtschaftsausschuss über eine neue Vorlage diskutieren. Da Holm keine freien Gelder in dieser Größenordnung im Etat hat, müssen Deckungsvorschläge her.
Für Allers ist das die Fortsetzung einer Pannenserie, mit der die Bauverwaltung ins Gerede gekommen sei. „Erst fliegen uns die Brücken um die Ohren. Dann fällt eine marode Kajenkante in die Geeste. Und nun die exorbitante Kostensteigerung beim Lärmschutz“, kritisiert Allers: „Das wird langsam etwas zu viel.“
Die Zeit drängt. Ein verspäteter Baubeginn berge das Risiko, dass die Arbeiten bis in die witterungsungünstige Zeit hinein andauern könnten“, heißt es bereits in der Mai-Vorlage. Deshalb hatte er die Ausschussmitglieder um eine globale Ermächtigung zum Handeln für die Bauverwaltung gebeten.
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