
In der Deputation für Wirtschaft und Häfen prallten die unterschiedlichen Ansichten gestern aufeinander. Paul Bödeker (CDU) bezieht sich mit seiner Forderung nach Rabatten auf die Handelskammer Bremen. Die hatte sich zu Wort gemeldet, weil in Bremen die Gebühren für die Hafenlotsen erhöht werden müssen. Angesichts der Tatsache, dass die Häfen im Vergleich zu den Westhäfen Ladung verlieren, sei das „nicht vermittelbar“, lautet das Urteil der Kammer.
Die Lotskosten hat der Senat nicht in der Hand, das ist Sache des Bundes. Aber die Hafengebühren legt er fest. Die Handelskammer fordert den Senat auf, ähnlich wie Rotterdam und Hamburg Rabatte zu gewähren. Bödeker sieht das ähnlich: „Der Verzicht auf eine Erhöhung von Mieten und Erbpacht im Hafen interessiert die Reedereien nicht. Bei den Hafengebühren besteht Handlungsbedarf.“
„Wir sind wettbewerbsfähig, wir brauchen keine Rabatte“, sagt hingegen Hafenstaatsrat Dr. Heiner Heseler. Er ist davon überzeugt, dass die Hafengebühren nicht das entscheidende Problem für die Reeder sind, sondern die Lotskosten und die Umschlagskosten. „Wir sprechen regelmäßig mit den für Bremerhaven entscheidenden Reedereien Maersk, MSC und CMA/CGM. Die Reeder verlangen keine Rabatte bei den Hafengebühren“, sagt Heseler.
„Es ist ein Märchen, dass Bremerhaven zu teuer ist“, sagt Frank Willmann von den Grünen. Auch das Hafenressort betont, dass Rotterdam und Hamburg bei den Tarifen teurer ist als Bremerhaven. Willmann schiebt den Schwarzen Peter zur Bundesregierung: Die sei gefordert, mit der Absenkung der Lotskosten ein Zeichen zu setzen.
Bödeker überzeugen diese Argumente nicht. Für ihn ist klar: Rotterdam gewährt die Rabatte nicht aus Großzügigkeit und Spaß, sondern um Schiffe anzulocken. „Das ist ein ernstes Thema. Wenn Ladung erst einmal verloren ist, wird es schwer, sie zurückzuholen.“ (mue)

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