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Kajen-Advent dümpelt dahin


Bremerhaven. „Schiff“ und „Tanne“ – zwei Stichworte, zwei rote Tücher für Heino Tietjen: „Ich komme mir vor wie ein Schwerverbrecher“, wettert der städtische Weihnachtsmarkt-Macher, dem die öffentliche Häme über Kutter statt Weihnachtsbaum am Theaterplatz arg zusetzt: „Selbst ich hab‘s kapiert: Das Schiff ist nicht gewollt.“ In Schieflage rutschte am stürmischen ersten Adventswochenende auch der Weihnachtsmarkt am Neuen Hafen. Von Susanne Schwan


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Weihnachtsmarkt am Neuen Hafen – durch die Böen am Auftakt-Wochenende war er eher zu Ende als eigentlich geplant. Foto ls

Und auch der Leher Advent an der Pauluskirche: Zelt auf – Zelt ab – resigniert vor der Naturgewalt wurden schon Sonntagfrüh die Bratwurst- und Marktzelte rund um die Pauluskirche wieder abmontiert. Nach drinnen verlagert, lockte der liebevoll arrangierte Markt immerhin rund 300 Besucher an.

Mehr waren es auch am Neuen Hafen nicht: Kapituliert vor den ruppigen Böen hat gestern Mittag der neue Weihnachtsmarkt-Ableger am Neuen Hafen – die Holzbuden machten dicht, der Gospelchor der Glademakers blieb stumm. Und das Areal fast menschenleer – obwohl der Auftakt am Sonnabend noch hoffen ließ.

Das Konzept der BIS-Tourismuswerber und des Schaustellers Klaus Jochimsen, der die Stände, wie er sagt, „auf eigenes Risiko“ betreibt, fand einigen Anklang: „Isch klasse, so was händ’mer im Schwabenländle net“, hatte Peter Eberhardt mit seinem Schwenninger Septett Spaß am Rummelplatz-Flair mit Schiffsromantik. Dennoch: Auf den schön dekorierten Schiffen harrte man stundenweise vergeblich auf Besucher. „Dass man an Bord darf“, wunderte sich Petra Lagemann aus Hannover, „das sieht man nicht, da fehlen Hinweise ringsum“. Fehl am Platz, schimpfte ein Bremerhavener, sei der Markt an der Kaje. „Der Weihnachtsrummel gehört in die City, nicht zu den Schiffen.“ Schlecht konzipiert, fand Andreas Marx, sei auch der Weihnachtsmarkt in der Fußgängerzone. „Man will durch die Mitte schlendern und rechts und links in die Stände gucken.“ Doch das, betont Markt-Organisator Heino Tietjen, „ist nicht gewollt. Die Händler der ‚Bürger‘ möchten nicht, dass Kunden auf die Budenrückseiten gucken. Außerdem sollen alle trockenen Fußes bummeln können.“ Gebummelt und konsumiert wurde aber, so sein Fazit fürs erste Adventswochenende, „zufriedenstellend“.

Advent am Neuen Hafen

An den nächsten Advents-Wochenenden bietet der kleine Weihnachtsmarkt sonnabends und sonntags von 12 bis 17 Uhr Budenzauber, Kinderkarussell, Drehorgelspiel und Konzerte:

Sonntag, 4. Dezember, 15-16 Uhr „Das Quintett“, Blasmusik-Ensemble aus Bremervörde.

Sonnabend, 10. Dezember, 16 Uhr: Weihnachtskonzert der „Blauen Jungs aus Bremerhaven“.

Sonntag, 11. Dezember, 15-16 Uhr „Kinder- und Jugendchor der Christuskirche.“

Sonntag, 18. Dezember, 15-16 Uhr „Shanty-Chor Loxstedt“.

Artikel vom 28.11.11 - 16:00 Uhr
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