
Die Hafengesellschaft Bremenports hat bereits sogenannte Pricken rund um die Gefahrenstelle ins Wasser gerammt. Diese Holzstangen, mit denen auch im Watt das Fahrwasser abgesteckt wird, sollen die Skipper warnen. „Denn bei Hochwasser sind einige Brocken nicht erkennbar“, sagt Henry Behrends, Bereichsleiter bei Bremenports. „Momentan gibt es keine Gefährdung der Schifffahrt“, sagt er. „Aber wenn es immer weiter nachrutscht, dann bekommt man ein Problem.“
Und die laboriert schon lange an dem Problem. Im Sommer vergangenen Jahres hatte Baustadtrat Volker Holm (CDU) noch Prüfbedarf angemeldet. Was kostet die Sanierung? Die Kalkulationen schwankten zwischen rund 600 000 Euro für eine simple Böschung am Ufer bis zu 900 000 Euro für eine verklinkerte Spundwand. „Zwischenzeitlich hatten wir uns in der Koalition auf eine Spundwand mit Klinkerbelag geeinigt“, sagt Holm. Allerdings: „Im Haushalt wurde dafür kein Geld bereitgestellt.“
„Für das Historische Museum ist die eingestürzte Kaje kein schöner Anblick“, sagt der Dezernent. Er will deshalb weiterhin nach einer Lösung suchen. Möglicherweise wird es dann die preiswertere nackte Spundwandvariante. Ob es dafür dann aber im Haushalt 2011 Geld gibt, steht in den Sternen. Holm ist skeptisch. Es gebe im politischen Raum Stimmen, die nichts gegen das Verschwinden der Kaje im Wasser einzuwenden haben. Und nun? „Wir müssen zusehen, dass wir die Folgen des Einsturzes im Griff behalten“, sagt Holm.
„Bedauerlich“ nennt Sönke Allers, baupolitischer Sprecher der SPD-Stadtverordnetenfraktion, die Entwicklung, Er wirft Holm vor, sich nicht im Vorfeld um Sicherungsmaßnahmen gekümmert zu haben. Versäumt habe er auch, ein Gesamtkonzept für den Bereich vorzulegen samt einem schlüssigen Finanzierungskonzept.
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