
Der Kampfsportart hängt ein übler Ruf an – Tenor: zu brutal, zu gewaltverherrlichend, nur etwas für die ganz harten Jungs. Selbst in Kampfsportverbänden ist das MMA – so die Abkürzung für Mixed Martial Arts (übersetzt: gemischte Kampfkünste) – äußerst umstritten. Und wirklich widerlegen lassen sich diese Vorwürfe wohl auch nie. Dafür geht es beim MMA eine Nummer zu hart zu – es wird getreten, geboxt und gerungen. Für das Turnier am 18. Februar kommen die Kämpfer sogar aus Frankreich und Dänemark nach Bremerhaven. Sie kämpfen um Geld.
Sportstadtrat Torsten Neuhoff (CDU) hält diese Entscheidung allerdings für „fragwürdig“. „Mit Sport hat das wenig zu tun“, sagt er. Im Sportamt würde man diese Ansicht übrigens teilen.
Offenbar fürchtete die Fight Fabrik auch genau diese Diskussion im Vorfeld der Veranstaltung und verzichtete für die Werbeplakate auf Bilder der Käfigkämpfe. Einzig die drei Buchstaben MMA sind dort zu lesen. Das Wort Käfig ist auf den Aushängen nicht zu finden, ein Bild sucht man ebenso vergebens. Auf der Internetseite des Veranstalters sieht das dafür schon anders aus. Da wird der Abend auch nicht mehr als Mittelgewichts-Turnier verkauft, sondern mit dem Namen „Käfigkampf-Nacht 2012“ versehen.
„Dass das nichts für Kinder ist, sollte klar sein“, findet Veranstalter Andy Voß. Wer sich den Kampfabend anschauen will, müsse auch 18 Jahre alt sein oder in Begleitung eines Erziehungsberechtigten ins Foyer kommen. Im Vorjahr hatte Voß für seine Kampfveranstaltung ein Sportcenter in Langen angemietet, davor wurde in der Fight Fabrik in Lehe gekämpft. Nun erwartet Voß bis zu 450 Zuschauer. Das Foyer der Stadthalle habe er jetzt ausgewählt, „um dem Sport den Hinterhof-Charakter zu nehmen“.
Dieser Charakter kommt nicht von ungefähr. Beim MMA wird im Stehen wie im Liegen gekämpft. Es kommt also durchaus mal vor, dass ein Kämpfer seinen Gegner mit einem eingesprungenen Knie zu Boden bringt, sich dann auf ihn hockt und mit der Faust auf dessen Kopf einschlägt. Das ist so lange erlaubt, bis der Ringrichter abbricht oder der Gegner auf den Boden klopft und damit das Zeichen zur Aufgabe gibt. Helm und Handschuhe werden trotzdem nicht getragen, nur Mund- und Tiefschutz sowie Fäustlinge für die Handknöchel. Neuhoff: „Für mich geht es da sekundär um Körperverletzung.“
Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell
Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.