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Holzfrauen verwittern im Park


Speckenbüttel. Er nagt an der Schläfe und auch an den Füßen, der Zahn der Zeit. Die Holzskulpturen des Bildhauers Uwe Schloen im Speckenbütteler Park haben schon bessere Zeiten gesehen. Längst haben sich Flechten und Algen auf dem 18 Jahre alten Eichenholz ausgebreitet. Eine Frischzellenkur ist nicht vorgesehen, denn eine Vereinbarung über die Pflege der Skulpturen fehlt. Von Christof Santler


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Und so werden die sechs scheinbar aus der Erde wachsenden Figuren an einer Allee in der Nähe des Parktors Speckenbüttel sich selbst überlassen. Die beiden überlebensgroßen Figuren, ein nackter Mann und eine nackte Frau, auf einem benachbarten Spielplatz ebenfalls. „Mit dem Künstler ist nichts über deren Pflege vereinbart“, sagt Thomas Reinicke vom Führungsduo des Gartenbauamtes. Aber weil die Gebilde aus widerstandsfähigem Eichenholz geschnitzt wurden, haben sie schon wegen des Materials eine sehr lange Lebensdauer. „Die können noch mal 20 Jahre stehen“, versichert Reinicke. Wichtig ist allerdings, dass möglichst wenig Wasser ins Holz zieht. Sonst sind die Jahre jeder Holzfigur gezählt. Daher stehen die Spielplatzfiguren auch auf Betonfundamenten. „Das Holz darf möglichst keinen Bodenkontakt haben“, sagt Reinicke.

Den allerdings haben die Figuren entlang der Allee, und zwar reichlich. Denn die Reihe beginnt mit einem aus dem Erdreich wachsenden Kopf, der sich bei jeder Skulptur ein Stück höher reckt, so dass bei der sechsten und letzten Figur ein kompletter Frauenkörper unter den Bäumen steht. „Bei der Reihe geht es um das Erwachsenwerden“, erläutert der Künstler Schloen. Er hat noch weitere Spuren im Stadtgebiet hinterlassen: Die hölzerne Pippi Langstrumpf auf dem Themenspielplatz „Taka-Tuka-Land“ an der Rickmersstraße entstand ebenfalls unter seinen Händen.

Schloen bereitet der Verfall seiner Kunstwerke im Speckenbütteler Park ein wenig Kopfzerbrechen. Sie seien aus vergänglichem Material und schon deshalb zwar nicht für die Ewigkeit gemacht, „aber ich fände es schöner, wenn sie stehen blieben und die Vergänglichkeit etwas gestoppt würde“, sagt der auf der Insel Usedom lebende Schloen. Für einen Pflegeeinsatz würde er auch mal wieder nach Bremerhaven kommen, kündigt er an. „Wenn der Aufwand nicht zu groß ist.“ Und er spielt mit dem Gedanken, gemeinsam mit Kindern einen Seestadt-Spielplatz zu verschönern.

Uwe Schloen

Der Bildhauer Uwe Schloen, 1958 in Kuhstedt geboren, hat viele Preise gewonnen und auch in Bremerhaven gewirkt. Er lebt auf der Insel Usedom.

Artikel vom 19.03.10 - 14:00 Uhr
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