Rocker-Produkte im Supermarkt? Darum hatte es bereits im Frühjahr eine öffentliche Kontroverse gegeben, als diese Biersorte in den Regalen einer Discounterkette im Raum Hannover auftauchte. Die Zahlen auf dem schwarzen, von Flammen umloderten Etikett stehen für die entsprechenden Buchstaben im Alphabet: Die 8 für das H(ells), die 1 für das A(ngels). In umgekehrter Reihenfolge wird der Zahlencode 18 übrigens auch von Rechtsextremen als Synonym für Adolf Hitler benutzt.
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hatte den Ahnungslosigkeit vortäuschenden Supermarktbetreiber seinerzeit noch einmal deutlich gemacht, dass die Rockergruppe bundesweit von den Spezialabteilungen für organisierte Kriminalität beobachtet wird. „Das sollten Unternehmer wissen, wenn sie solche Produkte in ihr Sortiment aufnehmen“, mahnte der stellvertretende BDK-Vorsitzende Bernd Carstensen: „Wenn die Hells Angels mit ihren Produkten den Schritt in die großen Supermarktketten geschafft haben, dann ist ihnen der Schritt aus der Schattenwirtschaft gelungen.“
Rechtlich sei gegen den Verkauf zwar nichts einzuwenden. Dennoch, so ein Sprecher des Landeskriminalamtes Niedersachsen, sei es „befremdlich, wenn einerseits von Mitgliedern der Rockervereinigung schwerste Straftaten begangen werden, andererseits mit dem Label ,Original 81‘ Geld erwirtschaftet wird“. Die kritisierte Supermarktkette verbannte die Marke daraufhin wieder aus ihren Regalen.
Bei der Wiedereröffnung des „Candyhouse“ in der Lessingstraße soll es nach Aussage von Polizeichef Harry Götze erneut zu Auseinandersetzungen mit Mitgliedern eines anderen Motorradclubs gekommen sein. Angehörige der „Freeway Riders Wesermünde“, eines Klubs aus dem Landkreis, waren mit dem Angels-Wirt aneinander geraten, zunächst mit Worten, dann auch handgreiflich. Ob einer dabei einen „Abflug durch die Scheibe“ machte oder „eigentlich alles gar nicht so schlimm“ gewesen ist, darüber kursieren unterschiedliche Darstellungen. Genau wie über die Klagen von Mitbewerbern im Rotlichtviertel, die Angels würden ihnen die Frauen abzuwerben versuchen. Fest steht, dass es bereits im Vorfeld zu gewalttätigen Revierkämpfen mit Mitgliedern des örtlichen „MC Gremium“ gekommen war.

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