
Die Interessengemeinschaft will Politiker nun über einen Fragebogen ansprechen, um deren Stellungnahmen zum Thema Lärmschutz zu bekommen. Um ihre Ziele zu erreichen, brauche die Initiative auch finanzielle Unterstützung.
„Es ist immer gut, wenn viele Initiativen mit ähnlichen Anliegen kooperieren“, sagt Walter Ruffler, Gründungsmitglied der Bahnlärm-Initiative Bremen. Entscheidend sei, den Bahnlärm an der Quelle zu bekämpfen. „Unser Vorbild ist die Schweiz: Dort sind sämtliche Güterwagen lärmsaniert worden“, so Ruffler. Von den rund 150 000 Güterwagen in Deutschland gebe es nur 10 000 moderne. Die alten Wagen seien so laut, weil ihre Bremstechnik derjenigen von Postkutschen im 19. Jahrhundert entspreche. Jeder Güterwagen könne für 5000 Euro mit modernen Kunststoffbremsen ausgestattet werden, so Ruffler weiter. Dies könne den Lärm halbieren.
Bis Ende Januar soll nun offenbar ein Gutachten vorliegen, ob die Bürgerparksiedlung doch noch eine Lärmschutzwand bekommt. In diesem Jahr könnte es noch einen Trend geben. Zunächst sollte die Siedlung zwischen Mozart- und Wiesenstraße mangels Bebauungsplanes ohne Lärmschutzwand bleiben. Doch dann stellte sich heraus, dass die alte Bremerhavener Bauordnung von 1955 einem Bebauungsplan gleichzusetzen sei. „Wir erwarten eine positive Stellungnahme“, sagt Hübenthal.
„Wir sehen die Stadt in der Verantwortung, für die leidgeplagten Anwohner etwas zu tun“, sagt Bernd Schomaker, baupolitischer Sprecher der FDP-Stadtverordnetenfraktion. Denn die Lärmschutzwände wiesen große Lücken auf. „Die Stadt muss mehr Druck aufbauen“, so Schomaker. Und die Große Koalition sei in der Pflicht, Druck auf den Magistrat auszuüben. In der kommenden Stadtverordnetenversammlung will die FDP eine Anfrage stellen, wann Baubeginn für die Lärmschutzwand an der Grimsbystraße ist. „Das sollte eigentlich schon nach der Sail sein“, sagt der FDP-Politiker.
Wer die Interessengemeinschaft unterstützen möchte, kann sich wenden an: Helmut Hübenthal, 2 74 75. (vda)
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