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Gemeinsam für mehr Lärmschutz im Land

Bremerhaven. Die Interessengemeinschaft für lückenlosen Lärmschutz in Bremerhaven und die Bahnlärm-Initiative Bremen wollen künftig zusammenarbeiten. „Wir wollen uns dafür einsetzen, dass für den Lärmschutz der Bürger im Land Bremen etwas getan wird“, sagt Helmut Hübenthal, Sprecher der Bremerhavener Initiative. Vor etwa einem Jahr habe die Bürgerschaft einen Antrag verabschiedet, um den Lärmschutz an Bahnstrecken zu verbessern. Darin wurde der Senat unter anderem aufgefordert, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass der Schienenbonus von fünf Dezibel abgeschafft wird. „Doch bis heute warten wir auf Ergebnisse“, sagt Hübenthal.

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Für lückenlosen Lärmschutz: Die Bahnlärm-Initiativen in Bremerhaven und Bremen streben eine Zusammenarbeit an. Archivfoto eer

Die Interessengemeinschaft will Politiker nun über einen Fragebogen ansprechen, um deren Stellungnahmen zum Thema Lärmschutz zu bekommen. Um ihre Ziele zu erreichen, brauche die Initiative auch finanzielle Unterstützung.

„Es ist immer gut, wenn viele Initiativen mit ähnlichen Anliegen kooperieren“, sagt Walter Ruffler, Gründungsmitglied der Bahnlärm-Initiative Bremen. Entscheidend sei, den Bahnlärm an der Quelle zu bekämpfen. „Unser Vorbild ist die Schweiz: Dort sind sämtliche Güterwagen lärmsaniert worden“, so Ruffler. Von den rund 150 000 Güterwagen in Deutschland gebe es nur 10 000 moderne. Die alten Wagen seien so laut, weil ihre Bremstechnik derjenigen von Postkutschen im 19. Jahrhundert entspreche. Jeder Güterwagen könne für 5000 Euro mit modernen Kunststoffbremsen ausgestattet werden, so Ruffler weiter. Dies könne den Lärm halbieren.

Bis Ende Januar soll nun offenbar ein Gutachten vorliegen, ob die Bürgerparksiedlung doch noch eine Lärmschutzwand bekommt. In diesem Jahr könnte es noch einen Trend geben. Zunächst sollte die Siedlung zwischen Mozart- und Wiesenstraße mangels Bebauungsplanes ohne Lärmschutzwand bleiben. Doch dann stellte sich heraus, dass die alte Bremerhavener Bauordnung von 1955 einem Bebauungsplan gleichzusetzen sei. „Wir erwarten eine positive Stellungnahme“, sagt Hübenthal.

„Wir sehen die Stadt in der Verantwortung, für die leidgeplagten Anwohner etwas zu tun“, sagt Bernd Schomaker, baupolitischer Sprecher der FDP-Stadtverordnetenfraktion. Denn die Lärmschutzwände wiesen große Lücken auf. „Die Stadt muss mehr Druck aufbauen“, so Schomaker. Und die Große Koalition sei in der Pflicht, Druck auf den Magistrat auszuüben. In der kommenden Stadtverordnetenversammlung will die FDP eine Anfrage stellen, wann Baubeginn für die Lärmschutzwand an der Grimsbystraße ist. „Das sollte eigentlich schon nach der Sail sein“, sagt der FDP-Politiker.

Bauarbeiten für Wände

Unterdessen laufen die Bauarbeiten für bereits geplante Lärmschutzwände weiter. „Im nördlichen Teil zwischen der Schlachthofstraße und Speckenbüttel sind die Gründungsarbeiten fast abgeschlossen“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. In den Nächten würden Zwei-Wege-Bagger eingesetzt, um Betonpfähle und Wände einzubauen. Meyer-Lovis: „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr mit dieser Seite fertig werden.“ Bis Ende Februar sollen dann die Lärmschutzwände im Süden stehen.

Wer die Interessengemeinschaft unterstützen möchte, kann sich wenden an: Helmut Hübenthal, 2 74 75. (vda)


Artikel vom 14.12.10 - 16:00 Uhr
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