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Gasmasken für die Anwohner

Bremen/Bremerhaven. Die Linken schlagen sogar vor, Gasmasken an die Bevölkerung zu verteilen. Sind Atomtransporte tatsächlich so gefährlich? Ein Lkw, der in einem rostigen Container rund 15 Tonnen Uranhexafluorid über die Autobahn kutschierte, hat die Politik aufgeschreckt.

Die Bremer Polizei hatte vergangene Woche den Horror-Transporter auf der Autobahn 1 gestoppt. Die Fracht stammte aus den USA und wurde im Hamburger Hafen umgeschlagen. Dort störte sich offenbar niemand an den rostigen Container, als das strahlende Material in Richtung Gronau zur Urananreicherungsanlage geschickt wurde.

Das Versagen der Hamburger Behörden nahm die Linke gestern zum Anlass, in der Bürgerschaft grundsätzlich über die Sicherheit von Atomtransporten zu diskutieren. Ein Unfall mit dem beschädigten Container, so Klaus-Rainer Rupp (Linke), hätte katastrophale Folgen für die Menschen in einem Umkreis bis zu fünf Kilometer haben können. „Bei einer Explosion verteilt sich der Stoff in der Atmosphäre und kann zu schweren Ätzungen führen“, sagte er. „Wie kann es sein, dass so ein Transport überhaupt losgeschickt wird?“, schüttelte er den Kopf.

„Sind die Kontrollen im Land Bremen ausreichend?“, fragte Rupp weiter mit Blick auf die vielen Atomtransporte, die durch die Häfen gehen. „Angstmacherei“ warf Frank Imhoff (CDU) den Linken vor. Er verwies darauf, dass weiterhin die verschiedensten atomaren Stoffe über die Straßen transportiert werden, so lange es Atomkraftwerke gibt. Imhoff glaubt an die Sicherheitssysteme im Land. Versagt hätten die Hamburger Behörden. „Das Gute ist, die Bremer Polizei stoppte den Transport.“

In den Dank an die Bremer Polizei und die Schelte an die Hamburger stimmten viele Abgeordnete ein. Allerdings ist den Politikern auch klar, dass sie grundsätzlich nichts an den Atomtransporten ändern können. „Wir haben doch im Februar lang und breit diskutiert, dass wir Transporte im Land verhindern wollen, wo es geht. Aber viele Transporte werden nun einmal vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt“, betonte Dr. Maike Schaefer von den Grünen.

Im vergangenen Jahr kochte das Thema in der Tat hoch. Es wurde klar, dass jährlich mehrere 100 Tonnen Kernbrennstoffe durch die Wohngebiete von Bremerhaven und Bremen transportiert werden. Zwischen 2004 und 2008 wurden 326 Atomtransporte gezählt. Im September vergangenen Jahres untersagte die Landesregierung sogar den Transport von Brennstäben, die eigentlich in Cuxhaven verladen werden sollten. In den Häfen, so viel wurde klar, kann die Landesregierung mitreden. Nicht aber bei Transporten auf Straßen. (mue)

Artikel vom 18.03.10 - 15:00 Uhr
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