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Gasanschluss schon im März bemängelt


Bremerhaven. Der Energieversorger SWB hat eingeräumt, den Gasanschluss im zerstörten Haus in der Geibelstraße bereits im März beanstandet zu haben. Ausgetauscht wurde dieser aber nicht. In die Ermittlungen zur Ursache der Gasexplosion in dem Reihenhaus hat sich derweil die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. „Gas tritt nicht einfach so aus. Es geht für uns um die Frage, ob es ein technischer Defekt oder menschliches Versagen war“, sagt Oberstaatsanwalt Frank Schmitt. Von Dominic Rahe


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Drei Tage nach dem Unglück fangen Polizisten an, den Trümmerhaufen vor dem zerstörten Reihenhaus einzuzäunen. Alle Gegenstände sind mögliche Beweisstücke. Das Gelände darf nicht betreten werden. Foto ls

Bei einer routinemäßigen Wartung, wie sie alle zwölf Jahre Pflicht ist, wurde der Gasanschluss im betroffenen Reihenhaus schon vor zwei Monaten kontrolliert – und für zu alt befunden. Das bestätigte SWB-Sprecher Christoph Brinkmann am Mittwoch auf Nachfrage der NORDSEE-ZEITUNG. Ein Austausch soll danach auch in die Wege geleitet worden sein. Doch bis zur Explosion an Pfingstsonntag war die Anlage nicht erneuert worden.

Wie kann das sein? Brinkmann: „Ein Anschluss wird beanstandet, wenn wir glauben, dass er nicht weitere zwölf Jahre übersteht. Aber nicht, weil wir glauben, dass von diesem sofort Gefahr ausgeht.“ Beim Austausch sei demnach keine Eile geboten gewesen.

SWB: Gasgeruch nicht bekannt

Auf austretenden Gasgeruch hätten die Bewohner die SWB nicht aufmerksam gemacht. Einen entsprechenden Bericht einer anderen Zeitung, wonach der Energieversorger schon damals auf gasähnlichen Gestank hingewiesen worden sein soll, aber Entwarnung gegeben hätte, wies die Firma zurück. „Wir wurden nicht informiert. Das wäre sonst aktenkundig“, so der Firmensprecher.

Die Staatsanwaltschaft will sich der Sache nun annehmen. Oberstaatsanwalt Schmitt: „Diesem Vorwurf werden wir nachgehen.“ Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben in alle Richtungen. „Wir stehen noch ganz am Anfang.“

Bevor ein Sachverständiger, den die Staatsanwaltschaft bestellt hat, den Schutthaufen in der Geibelstraße überhaupt unter die Lupe nehmen kann, müssen die direkt angrenzenden Häuser noch abgesichert werden. Beide Objekte sind aktuell stark einsturzgefährdet. Die nötige Sicherung kann mehrere Tage dauern.

Die Ermittler der Kriminalpolizei nutzen die Zeit derweil, um weitere Anwohner und Zeugen zu vernehmen. Dabei wird auch geprüft, wann und wo Gasanschlüsse kontrolliert und erneuert wurden. „Geklärt werden muss auch, wie man die Trümmerteile am besten vom Hab und Gut der Bewohner trennt“, so Polizeisprecher Ralf Spörhase. Das Vorgehen soll nun mit dem Sachverständigen besprochen werden.

Spekulationen, wonach die SWB seit dem Unglück stadtweit beanstandete Gasanschlüsse nun eilig ein zweites Mal kontrolliert oder austauscht, streitet der Energieversorger ab. „Das ist Quatsch. Wir untersuchen täglich Gasanschlüsse in der Stadt. Aber das sind routinemäßige Wartungen“, so Brinkmann. Mehrere Stunden nach der Explosion am Pfingstsonntag hatten die SWB auf Bitten von Anwohnern alle Anschlüsse in der Umgebung nochmals überprüft.

Der 68-Jährige, der zum Zeitpunkt der Explosion in dem Haus nach dem Rechten sah und in der Folge unter den Trümmern verschüttet wurde, liegt weiterhin in einer Hamburger Spezialklinik im künstlichen Koma.


Artikel vom 31.05.12 - 07:00 Uhr
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