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Für den Anblick der „Alex II“: Matrose kommt aus Düsseldorf

Bremerhaven. Er ist in der Zeit. 45 Minuten bevor die „Alexander von Humboldt II“ in den Neuen Hafen einläuft, erreicht Patrick Bohr (28) im Zug den Hauptbahnhof. Punktlandung. Rechtzeitig steht Bohr dann wenig später an der Kaje und winkt der „Alex II“ zu. Das machen Hunderte anderer Schaulustige auch. Aber Bohr ist vermutlich der einzige, der für den Anblick der neuen Dreimastbark extra aus Düsseldorf angereist ist. Bohr gehört zur Stammbesatzung. Von Dominic Rahe

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Wollte die Taufe der „Alexander von Humboldt II“ auf keinen Fall verpassen: Leichtmatrose Patrick Bohr . Foto eer

„Gute Partys auf der ‚Alex‘ kann man wiederholen, eine Schiffstaufe nicht. Das wird einmalig. Deswegen bin ich hier“, sagt der Hobby-Segler, der als Leichtmatrose seinen Platz in der Stammbesatzung der „Alexander von Humboldt II“ gefunden hat. Bremerhaven sei deswegen schon etwas „wie eine zweite Heimat“. Am Freitagabend war Skipperparty, heute ist Taufe.

Und nun ist es da, dieses riesige Segelschiff, auf das Bohr und seine Mitstreiter so lange warten mussten. Gefällt es? „Wow, es ist deutlich größer als das alte“, sagt der 28-Jährige, während sich das Schiff dem Hafenbecken nähert. „Gefällt mir, schick.“ Bohr winkt und grinst. Zur Feier des Tages hat der IT-Berater im Büro frei gemacht und sein grünes Polo-shirt der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST), dem Auftraggeber der „Alex II“, aus dem Schrank geholt.

Zugegeben, sagt der Düsseldorfer, ein bisschen ungewohnt wäre der Anblick der „Alex“ ohne die so berühmten grünen Segel schon. „Man wird den Leuten nun jedenfalls ein bisschen länger erklären müssen, auf welchem Schiff man segelt – Beck’s-Schiff, das geht nicht mehr.“ Und Nachfolger vom Beck’s-Schiff hört sich auch irgendwie blöd an.

Seinen ersten Törn auf der „Alexander von Humboldt II“ hat sich Bohr auch gleich früh genug ausgeguckt. Erste und zweite Februarwoche, ein Kanaren-Törn – Gran Canaria bis Teneriffa. „Nicht mehr allzu lange hin. Ich bin gespannt.“ Irgendwann will er noch vom Leicht- zum richtigen Matrosen aufsteigen.

Vor elf Jahren betrat Bohr das erste Mal die „Alexander von Humboldt“. Es war ein Sommer-Törn im Mittelmeer, und ein Gefühl von Freiheit und Spaß, das ihn danach nicht mehr wirklich losließ. Er wurde Mitglied in der Sail Training Association Germany (STAG), es folgten bis heute sieben weitere Reisen mit dem Segelschiff. Und einige werden wohl noch dazukommen.

Bohr ist eben kein Weg zu weit.

Artikel vom 24.09.11 - 16:00 Uhr
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