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Fraunhofer wächst weiter


Fischereihafen. Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik im Fischereihafen, kurz IWES, wird in diesem Jahr weiter wachsen. Das sagt dessen Leiter Prof. Dr. Andreas Reuter. Dabei spielen unter anderem „Weihnachtsgeschenke“ eine Rolle. Von Ursel Kikker


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Ein dänischer Spezialhersteller hat das größte Rotorblatt der Welt nach Bremerhaven geschickt, um den Glasfaser-Giganten von den IWES-Experten im großen Prüfstand testen zu lassen. Das Fraunhofer-Institut will sich in diesem Jahr weiter in anderen Ländern bekanntmachen. Foto eer

Die gingen an den Nationalen Forschungsverbund Windenergie. Dahinter stehen ForWind, das Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen, und das IWES. „Wir haben vor Weihnachten Bewilligungsbescheide über zweistellige Millionenbeträge bekommen“, berichtet Reuter, „davon profitiert auch der Standort Bremerhaven.“ Welche Forschungsarbeiten mit dem Geld angeschoben werden, wollen die Projektpartner zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

Am IWES mit seinen Ablegern in Bremerhaven, Hannover und Oldenburg, arbeiten mittlerweile rund 130 Beschäftigte. Die meisten von ihnen entwickeln und testen am Seedeich, wo die Rotorblatt-Prüfstände stehen und im vergangenen Jahr das markante Engineering-Gebäude fertig wurde.

„In diesem Jahr werden noch rund zehn Mitarbeiter dazu kommen“, schätzt Reuter. Das IWES sei quer durch alle Bereiche gewachsen. Rund 30 Prozent der Umsätze werden nach seinen Angaben über direkte Industrieaufträge erzielt. Dazu kommen öffentlich finanzierte Projekte.

„Ein Durchlauferhitzer“

Dabei ist das Fraunhofer-Institut nicht darauf ausgelegt, alle Mitarbeiter dauerhaft zu beschäftigen. „Wir sind ein Durchlauferhitzer“, beschreibt der IWES-Chef. Studium an der Universität, arbeiten am IWES, dann Promotion und der Wechsel in die Industrie: Das sei der Weg.

An der Straße Deichhämme werden zurzeit die nächsten Arbeitsplätze vorbereitet: Dort will das IWES einen großen Gondelprüfstand bauen, um die mächtigen Maschinenhäuser der Windenergieanlagen zu testen. Reuter beziffert die Gesamtinvestition auf rund 35 Millionen Euro. „Das ist unser größtes Einzelprojekt“, stellt der Institutsleiter fest und fügt hinzu: „Das bindet natürlich viele Ressourcen.“ Er rechnet mit der Grundsteinlegung in der zweiten Jahreshälfte und der Fertigstellung im nächsten Jahr.

Werben für die eigene Arbeit

Was das Fraunhofer-Institut an der Wesermündung alles leisten kann, soll sich auch im Ausland herum sprechen. Reuter: „Das Thema Internationalisierung wird uns weiter beschäftigen: Wie macht man das IWES interessant für andere Länder?“

Einen Eindruck, wie groß die Wünsche sein können, bekamen die Bremerhavener im Herbst. Das größte Rotorblatt der Welt mit einer Länge von 83,5 Metern wurde per Schiff angeliefert. Ein dänischer Spezialhersteller lässt es von den IWES-Experten testen.


Fraunhofer

Fraunhofer ist nach eigenen Angaben die größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Sie zählt 80 Forschungseinrichtungen, darunter 60 Fraunhofer-Institute. Das Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik im Fischereihafen (IWES) gehört dazu. 22 000 Mitarbeiter zählt die Fraunhofer-Gesellschaft, die in diesem Jahr weitere 1000 Stellen schaffen will.

Artikel vom 09.01.13 - 16:00 Uhr
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