
„Wir übernehmen die Beschäftigten und bieten ihnen einen neuen Vertrag an“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer des Klinikums Reinkenheide, Holger Richter. „Sie werden dann nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt und verdienen ein bisschen mehr als bisher.“
Die Frauenklinik im St. Joseph-Hospital kann nicht länger betrieben werden, weil sie zuletzt nur noch rote Zahlen schrieb. Dem Vernehmen nach ist die Zahl der Geburten unter eine vertretbare Grenze gesunken. Um den Versorgungsauftrag für Bremerhaven lückenlos aufrechterhalten zu können, soll es nun zu dem schnellen Wechsel kommen. Am städtischen Klinikum entsteht damit ein Frauen-Kind-Zentrum. Der Vorteil für die Patienten seien ein hoher Sicherheitsstandard sowie die gebündelte medizinische Erfahrung an einem Standort, betont Richter.
Die Übernahme der Geburtshilfe aus dem „Joho“ sei jedoch nicht als Tauschgeschäft im Zuge der Klinik-Reform zu verstehen, sagt Richter. Diese sieht vor, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch die Kinderklinik des Bürgerpark-Krankenhauses nach Reinkenheide wechselt. Haut- und HNO-Klinik sollen in das Bürgerpark-Krankenhaus umziehen, das St. Joseph-Hospital hofft auf die Geriatrie des städtischen Krankenhauses. Damit ab Oktober genügend Platz für Patienten vorhanden ist, hat das Klinikum Reinkenheide bereits mit dem Umbau begonnen. Nach Angaben von Richter wird dieser insgesamt 4,4 Millionen Euro kosten. 1,2 Millionen davon entfallen bereits im laufenden Jahr auf den Umbau der bereits vorhandenen Stationen. Laut einer Vorlage für die Gesundheitsdeputation sollen davon das Land zwei Drittel, die Stadt Bremerhaven ein Drittel bezahlen.
Ab 2013 sollen für 3,2 Millionen Euro der Kreißsaal erweitert sowie eine neue Frühchen-Intensivstation errichtet werden. Diese müsse nach dem Hygiene-Skandal im Klinikum Bremen-Mitte mit mehreren toten Frühchen höhere Standards erfüllen, so Richter. Dazu gehörten Schleusen, größere Räume, mehr eigene Zugänge sowie absolut sichere Oberflächen. „Wir brauchen eine volle Finanzierung, um das umsetzen zu können“, fordert Richter. Der Sprecher der St. Franziskus-Stiftung in Münster, zu der das St. Joseph-Hospital gehört, wollte am Montag noch keine Stellung nehmen. Auch das Gesundheitsressort wollte sich zu der Finanzierung nicht äußern. Bei ihrer Sitzung in der Seestadt wollen heute auch Senat und Magistrat über das Thema beraten.
