
An allen drei Straßenecken, an die das Lloyd-Gymnasium grenzt, haben sich die Polizisten aufgestellt, um die Fahrräder der Schüler zu kontrollieren. „Wir führen den ganzen Februar Kontrollen vor verschiedenen Schulen durch“, sagt Polizeisprecher Frank Schurr. 10 bis 12 Aktionen seien noch geplant. Grund dafür sind die Unfallzahlen. „2010 gab es 220 Fahrradunfälle. 50 Prozent davon sind von den Fahrradfahrern selbst verursacht worden“, sagt Schurr. Für 2011 liege noch keine Statistik vor. Die Zahlen dürften aber ähnlich ausfallen.
„Wir rechnen mit 100 Schülern, die auf dem Fahrrad zur Schule kommen“, sagt Wolfgang Otto, Kontaktpolizist für das Lloyd-Gymnasium, und stellt sich mit Schurr, der für die Verkehrserziehung zuständig ist, vor den Eingang Zeppelinstraße. „Wir überprüfen hauptsächlich die lichttechnischen Einrichtungen“, sagt Otto. Denn gerade das Licht funktioniere oft nicht.
Die ersten Fahrradfahrer kommen in Sicht. Einige fahren zielbewusst durch den Eingang, andere halten scheu an und fragen, ob die Polizisten kontrollieren wollen. Der prüfende Blick der Beamten erkennt schnell, ob alles in Ordnung ist. Ist das nicht der Fall, kann der Schüler schon mal zur Kasse gebeten werden. Zehn Euro kostet es, wenn das Licht nicht vorschriftsmäßig funktioniert. Ob der Schüler vor Ort zahlen muss, liegt im Ermessungsspielraum des jeweiligen Polizisten. „Jeder Kollege entscheidet selbst, ob er gleich kassiert“, sagt Schurr. „Oft kommt es auch darauf an, wie sich der Schüler verhält“, fügt Otto hinzu.
Acht Verstöße bei insgesamt 27 Fahrrädern nimmt die Polizei am Lloyd-Gymnasium auf. „Wegen der Kälte sind wahrscheinlich weniger mit dem Fahrrad gefahren“, vermutet Otto. An der Johann-Gutenberg-Schule haben sich mehr Schüler auf ihr Zweirad getraut. Die Beamten verzeichnen 17 Verstöße bei insgesamt 43 Fahrrädern. „Zusammen sind das weniger als 50 Prozent der Radfahrer. Schön wäre es, wenn es gar keine Verstöße gegeben hätte“, sagt Schurr. Meist habe das Licht nicht funktioniert. Aber auch wegen defekter Bremsen, Fahren auf dem Gehweg oder Verstößen gegen das Radweg-Rechtsfahrgebot wurden Schüler und Lehrer angehalten. (lev)
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