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Es soll ein Hotel bleiben


Bremerhaven. Zur Wiederbelebung des leerstehenden Nordsee-Hotels wird jetzt ein neuer Versuch unternommen. Der Magistrat hat am Mittwoch beschlossen, das Haus nach mehreren gescheiterten Versuchen erneut zum Verkauf auszuschreiben. Bedingung ist, dass es als Hotel weitergeführt wird. Von Rainer Donsbach


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Das seit fünfeinhalb Jahren leerstehende Nordsee-Hotel soll erneut zum Verkauf ausgeschrieben werden. Bedingung ist, dass dort wieder ein Hotelbetrieb geführt wird. Im Falle eines Neubaus wird ein Architektenwettbewerb verlangt. Foto ls

„Dabei kann es entweder um einen Neubau gehen, oder das vorhandene Gebäude bleibt erhalten, wird saniert und in seiner Funktion als Hotelbetrieb weitergeführt“, sagt Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). Er halte es für wichtig, dass wieder Bewegung in die Sache komme. Gesucht werde ein Investor mit einem „qualitativ bewertbaren Konzept“.

Bei der letzten Ausschreibung war der von einem Gutachterausschuss mit 780 000 Euro bezifferte Grundstückswert als Mindestgebot festgelegt worden. Diesmal soll das Höchstgebot ausschlaggebend sein. Neben der Auflage, dort ein Hotel zu betreiben, müssen sich Investoren auch verpflichten, im Falle eines Neubaus auf eigene Kosten einen Architektenwettbewerb durchzuführen.

Die Vorgaben dafür sind detailliert: Mindestens drei Teilnehmer sollen dazu aufgefordert werden und ihre Planungen von einer achtköpfigen Jury bewerten lassen. Wichtig sei, dass ein Hotelneubau sich harmonisch in die Bebauung am Theodor-Heuss-Platz einfüge.

Bis es zu einem Verkauf kommt, soll der schleichenden Verwahrlosung entgegengewirkt werden. Dazu gehört, dass einmal im Monat die Fenster im Erdgeschoss gereinigt werden. Außerdem soll speziell am Wochenende das Umfeld des alten Hotels von Mitgliedern eines Sicherheitsdienstes überwacht werden.

Das Hotel steht seit Anfang 2007 leer. Die Stadt hatte das Haus 2003 der Betreiberfamilie Naber für 3,6 Millionen Euro abgekauft, um den Betrieb bis zur Fertigstellung des Sail-City-Hotels weiterzuführen. Danach waren wiederholt Versuche gescheitert, für das Grundstück eine neue Bestimmung zu finden. Ein örtlicher Hotelier sprang kurz vor Unterzeichnung des Kaufvertrages wieder ab. Dann kam der Investor und Ehrenbürger Friedrich Dieckell mit dem Vorschlag, das Haus abreißen zu lassen und an gleicher Stelle ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Das zunächst von der Politik recht wohlwollend aufgenommene Projekt geriet später unter der neuen rot-grünen Koalition ein wenig unter die Räder. Kritikpunkte waren die Architektur und der Umstand, dass an dem vereinbarten Kaufpreis nachträglich Abstriche gemacht werden sollten.

Ein Happy-End schien der Geschichte beschieden zu sein, als die europaweit agierende Hotelkette „Motel One“ Interesse anmeldete. Dem Magistrat waren sogar schon verschiedene Neubauvarianten präsentiert worden. Doch am Schluss senkte der Konzernvorstand in London den Daumen.


Artikel vom 12.07.12 - 16:00 Uhr
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