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Erste Deutschland-Stipendien stehen

Mitte. Nachahmen erwünscht: Die Hochschule hat mit der Fritz-Kling-Stiftung den ersten Partner für das Deutschland-Stipendium gefunden. „Die jungen Leute wissen davon und fragen danach“, berichtet Hochschulrektor Prof. Dr. Josef Stockemer. 300 Euro im Monat haben oder nicht haben – das kann für Studienwillige entscheidend sein bei der Wahl der Hochschule.

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Wollen zum Stiften anstiften: Wilhelm Friedrich Schulze (Fritz-Kling-Stiftung, links) und Rektor Josef Stockemer. Foto kmu

Deshalb steht seit ein paar Wochen auch der Hinweis „Deutschland Stipendium: Wir sind dabei“ auf der Homepage der Hochschule. Denn auch darüber versucht die Hochschule, angehende Studenten an die Weser zu locken. Schließlich, so ist sich Stockemer sicher, stärke das auch die Region: „Sonst bleiben die klugen Köpfe weg.“

Die Runde um ihn nickt zustimmend. Es sind die beiden Vorsitzenden der Fritz-Kling-Stiftung, Friedrich Wilhelm Schulze und Stephan Schulze-Aissen, sowie die Kuratoriumsmitglieder. Die Stiftung vergibt schon seit zehn Jahren Stipendien an besonders begabte Studenten und unterstützt zurzeit zwei von ihnen mit jeweils 300 Euro im Monat. „Jetzt können wir mit derselben Summe gleich zwei Studenten fördern“, sagt Schulze-Aissen mit Blick auf das Deutschland-Stipendium. Denn zu 150 Euro von einem Unternehmen, einer Stiftung oder einer Privatperson packt der Bund nochmal 150 Euro pro Monat dazu. Unterm Strich kommt ein Förderer damit auf 1800 Euro pro Jahr. „Man kann mit relativ geringen Mitteln eine Menge erreichen“, sagt Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Dieter Fütterer.

Stockemer wünscht sich viele Unterstützer. Mittelfristig visiert das Bundesbildungsministerium an, acht Prozent der Studenten über das Deutschland-Stipendium zu fördern. „Das wären für uns etwa 200“, überschlägt der Hochschulrektor. Er weiß, dass es in anderen Regionen einfacher sein wird, Unternehmen oder Privatpersonen dafür zu gewinnen. Doch er hat angefangen, Klinken zu putzen, und ließ auch eine Absichtserklärung für Förderer auf die Hochschul-Homepage stellen.

„Das Finanzielle ist sicherlich die Basis“, merkt Schulze-Aissen an. Doch auch persönliche Kontakte seien wichtig, um den Studierenden weiter zu helfen. Sie öffneten Türen für die jungen Talente. Zu sehen, wie die sich entwickeln, „das macht einfach Spaß“, meint Schulze-Aissen. (kik)

Fritz-Kling-Stiftung

Fritz Kling (1878-1958) lernte Schlosser und erhielt ein Stipendium für ein Maschinenbaustudium. 1902 wanderte er in die USA aus, wo er es als Ingenieur zu Wohlstand brachte. 1954 besuchte er seine Heimat und war erschüttert über den Zustand Deutschlands nach dem Krieg. Als Dank für die ihm widerfahrene Hilfe spendete er 9000 Mark für eine Stiftung für besonders begabte Studenten. Die ist in Bremerhaven angesiedelt; im Vorstand sitzen seine Verwandten Wilhelm Friedrich Schulze und Stephan Schulze-Aissen. Das Stiftungskapital ist im Laufe der Zeit erheblich angewachsen, so dass aus den Erträgen seit dem Jahr 2000 rund 20 Stipendiaten gefördert werden konnten. Zustifter sind willkommen: Fritz-Kling-Stiftung, Postfach 210123, 27522 Bremerhaven.


Artikel vom 21.06.11 - 16:00 Uhr
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