Laut Gesetz sollen behinderte und nichtbehinderte Schüler künftig gemeinsam lernen. „Aus dem Plan ergibt sich nicht der Auftrag, dass sich alle Schulen dahin entwickeln sollen“, kritisierte Dogan. Daher stelle sich die Frage, ob der Plan mit dem Schulgesetz vereinbar sei. Dogan forderte einen klaren Zeitplan für die Entwicklung zu inklusiven Schulen und eine Beratungsstelle. Dogan: „Die Eltern behinderter Kinder sind nicht informiert, dass sie zum nächsten Schuljahr ein Wahlrecht zwischen Förderzentrum und Regelschule haben.“
Kein Mensch habe vor, Eltern Informationen vorzuenthalten oder ihr Wahlrecht abzusprechen, sagte Irene von Twistern (CDU). „Wir müssen jedoch jeden mitnehmen. Viele Kollegen tragen große Ängste vor sich her, wie alles werden wird.“ Der Ausschuss nahm den Schulentwicklungsplan gestern mit den Stimmen von CDU und SPD zur Kenntnis. Danach entwickeln sich ab 2011 alle weiterführenden Schulen zu Oberschulen. Über das Lloyd-Gymnasium wird erst 2011 entschieden. Der Plan sei eine gute Voraussetzung für eine bessere Bildungsbeteiligung in Bremerhaven, so Elias Tsartilidis (SPD).
„Wir hätten uns gewünscht, dass für das Lloyd-Gymnasium eine klare Entscheidung getroffen worden wäre“, sagte Rudolf Oelrich (FDP). „Ein Jahr lang wissen die jetzt nicht, was genau mit ihnen passiert.“ Das kritisierte auch Swantje Möhle vom Stadtschülerring. „Auch das Lloyd-Gymnasium wird in die Unterrichtsentwicklung einbezogen“, sagte Schuldezernent Dr. Rainer Paulenz (SPD). Das Schulgesetz sehe eine Reihe von Veränderungen vor, die auch das Gymnasium beträfen. Walter Müller (Die Linke) kritisierte, dass nicht genug Mittel für Bildung bereit gestellt würden.
Nun können Eltern und Schüler zum Schulentwicklungsplan Stellung nehmen. Ein Antrag der Grünen, auch die Schulkonferenzen einzubeziehen, wurde abgelehnt. „Wir fordern eine echte Beteiligung der Schulen“, sagte Ruth Tschentscher vom Personalrat Schulen.

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