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Ekelhafte Bilder im Internet


Bremerhaven. Vor dem Landgericht in Darmstadt ist gestern erneut gegen neun Männer verhandelt worden, die Kinderpornografie im Internet verbreitet und ausgetauscht haben. Zu den Angeklagten in einem der bundesweit größten Prozesse dieser Art gehört auch ein Bremerhavener. Von Markus Kater


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Bundesweites Interesse: Vor dem Landgericht in Darmstadt wird gegen neun Männer verhandelt, die im Internet Ekel-Videos verbreitet haben sollen. Medienvertreter interviewten am Mittwoch die Staatsanwälte. Zu den Angeklagten gehört auch ein Bremerhavener. Foto Roman Grösser

Säuglinge, Kinder und Jugendliche: Die Abbildungen, die in geheimen Zirkeln im Internet verbreitet wurden, sind offenbar an Widerlichkeit kaum noch zu überbieten.

So berichtet die Tageszeitung „Darmstädter Echo“, dass das Sichten der pornografischen Dateien auch für die Staatsanwälte eine erhebliche Belastung gewesen sei.

Ermittler der Kriminalpolizei hatten die Bande im September vergangenen Jahres in einer Razzia auffliegen lassen. Die Polizei hatte bundesweit Wohnungen durchsucht – und war offenbar auch auf dem Computer eines Bremerhaveners fündig geworden.

Der Bremerhavener steht mit acht anderen in Verdacht, die Dateien in sogenannten Chats und Boards im Internet verbreitet und getauscht zu haben. Elf Männer sollen unter Decknamen als sogenannte Administratoren aufgetreten sein, darunter auch der angeklagte Bremerhavener. Er wird im Prozess von einem Anwalt aus der Seestadt vertreten. Zwei der elf Männer sind bisher von der Polizei noch nicht entdeckt worden.

Die Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft haben bisher mehr als 100 000 Dateien auf den Computern entdeckt; dazu gehören Fotos und Videos, die auch sexuelle Handlungen mit Säuglingen zeigen sollen. Die Gruppe hatte offenbar längere Zeit mit Geschick dafür gesorgt, dass die Dateien beispielsweise nicht in Suchmaschinen als Begriff auftauchten und außerdem versucht, sogenannte Schutzwälle um die Seiten zu errichten. Das bedeutet, dass sie die Tauschbörsen gegen andere Internetnutzer gesichert haben. Der Zugang soll über Passwörter geregelt worden sein.

Bande ist weltweit aktiv

An dem nach außen streng abgeschotteten Ring waren demnach weltweit etwa 500 Pädophile beteiligt, 140 davon konnten identifiziert werden. Gegen diese Männer, die nicht als Administratoren, sondern als reine Nutzer der Internetseiten aufgetreten sind, wird ebenfalls ermittelt. Gegen sie wird es gesonderte Verfahren geben.

Sicher ist, dass die Spezial-Ermittler der Polizei und der Staatsanwaltschaft noch nicht alle Teilnehmer an den Tauschbörsen identifizieren konnten.

Für den Prozess hat das Landgericht Darmstadt bis Dezember 23 Verhandlungstage angesetzt. Die ungeheure Datenmenge an verbrecherischen Darstellungen, die über das Internet verbreitet wurden, und die Arbeitsweise der Bande, wie sie in der Anklageschrift beschrieben wird, seien in der deutschen Rechtsprechung bislang ohne Vorbild, heißt es in dem Bericht des „Darmstädter Echos“.

In Darmstadt wird verhandelt, weil der Hauptangeklagte aus Südhessen stammt. Dem 57-jährigen Kaufmann wird auch vorgeworfen, in den neunziger Jahren drei Kinder im Grundschulalter sexuell missbraucht zu haben. Der Mann sitzt seit etwa einem Jahr in Untersuchungshaft.

Artikel vom 10.09.10 - 07:00 Uhr
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