
Danach gilt nach wie vor eine unbegrenzte Ladenöffnungszeit von montags bis sonnabends. Auch 20 verkaufsoffene Sonntage für das Mediterraneo wurden darin festgelegt. Zumindest die Linken wollen das Fass jetzt noch mal aufmachen und planen einen eigenen Antrag an den Landtag. „Ziel wird sein, auf 22 Uhr zurückzugehen“, sagt die Abgeordnete Claudia Bernhard. Die Rund-um-die-Uhr-Angebote würden ohnehin nicht genutzt und führten außerdem zu mehr Minijobs. „Zum anderen werden wir auch die geplanten Sonntagsöffnungen nochmal in den Fokus nehmen“, sagt Bernhard.
Auch der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Winfried Brumma rechnet mit einer Debatte innerhalb seiner Partei. Eine Begrenzung der Ladenöffnungszeiten auf 20 Uhr könne man überlegen, sagt Brumma. „Die Abläufe in den Familien sind doch eher so, dass man abends isst und nicht zum Shoppen geht“, sagt der Abgeordnete. Außerdem seien kürzere Öffnungszeiten verträglicher für die Mitarbeiter.
Starke Sympathie für kürzere Öffnungszeiten hegt auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bremen-Elbe-Weser: So eine Initiative wie in Nordrhein-Westfalen wünsche man sich auch von der Bremer Landesregierung, sagt die DGB-Vorsitzende Annette Düring.
Die CDU fordert, die aktuelle Regelung beizubehalten. „In der Arbeits-, Wirtschafts- und Studienwelt wird ein hohes Maß an Flexibilität von jedem erwartet“, sagt der CDU-Abgeordnete Rainer Bensch. „Das verlangt nach sachgerechten Lösungen. Daher wäre das Rückfahren der Ladenöffnungszeiten ein Schritt in die falsche Richtung.“ Bremerhaven sei die einzige Großstadt an der Nordsee. Um auch für auswärtige Touristen ein Anziehungspunkt zu sein, seien längere Geschäftszeiten wichtig.
Auch der Handelsverband Nordwest kann die Pläne in Nordrhein-Westfalen, den Ladenschluss zu verkürzen, nicht nachvollziehen. „Für den Handel ist Verlässlichkeit wichtig. Gerade weil Bremerhaven und Bremen innerhalb Niedersachsens liegen, ist eine weitgehende Harmonisierung entscheidend“, sagt Nathalie Rübsteck vom Verband. Auch die FDP warnt vor einer Einschränkung der Ladenöffnungszeiten.
Eine solche würde auch der Leitung des derzeit rund um die Uhr geöffneten Aktiv-Marktes am Roten Sand nicht schmecken. „Das Angebot wird von den Kunden sehr gut angenommen. Wir haben rund um die Uhr gute Umsätze“, sagt Sven Rottwinkel, stellvertretender Leiter des Aktiv-Marktes am Roten Sand. Auch bezüglich der Arbeitsplätze würde sich der 24-Stunden-Markt lohnen: „Wir haben viele Leute dafür eingestellt.“
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