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Einkaufen nur bis 22 Uhr?


Bremerhaven. Die Pläne in Nordrhein-Westfalen, die Ladenöffnungszeiten auf 22 Uhr oder gar 20 Uhr zu kürzen, führen auch im Land Bremen zu neuen Diskussionen über das Ladenschlussgesetz. Eine Änderung wurde gerade in der Gesundheitsdeputation beschlossen und soll noch in diesem Quartal von der Bürgerschaft verabschiedet werden. Von Denise von der Ahé


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24 Stunden geöffnet? Der Aktiv-Markt am Roten Sand hat montags bis sonnabends durchgehend geöffnet. Würde das Ladenschlussgesetz noch mal geändert, wäre dies nicht mehr möglich. Foto ls

Danach gilt nach wie vor eine unbegrenzte Ladenöffnungszeit von montags bis sonnabends. Auch 20 verkaufsoffene Sonntage für das Mediterraneo wurden darin festgelegt. Zumindest die Linken wollen das Fass jetzt noch mal aufmachen und planen einen eigenen Antrag an den Landtag. „Ziel wird sein, auf 22 Uhr zurückzugehen“, sagt die Abgeordnete Claudia Bernhard. Die Rund-um-die-Uhr-Angebote würden ohnehin nicht genutzt und führten außerdem zu mehr Minijobs. „Zum anderen werden wir auch die geplanten Sonntagsöffnungen nochmal in den Fokus nehmen“, sagt Bernhard.

Auch der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Winfried Brumma rechnet mit einer Debatte innerhalb seiner Partei. Eine Begrenzung der Ladenöffnungszeiten auf 20 Uhr könne man überlegen, sagt Brumma. „Die Abläufe in den Familien sind doch eher so, dass man abends isst und nicht zum Shoppen geht“, sagt der Abgeordnete. Außerdem seien kürzere Öffnungszeiten verträglicher für die Mitarbeiter.

Starke Sympathie für kürzere Öffnungszeiten hegt auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bremen-Elbe-Weser: So eine Initiative wie in Nordrhein-Westfalen wünsche man sich auch von der Bremer Landesregierung, sagt die DGB-Vorsitzende Annette Düring.

„Zeiten gleichen sich aus“

Der Senat will hingegen an den unbegrenzten Öffnungszeiten an Werktagen festhalten. Das sagt Michael Huesmann, Sprecher des zuständigen Gesundheitsressorts. Die Arbeitszeiten hätten sich im Übrigen weitgehend ausgeglichen: Geschäfte, die abends länger öffneten, stünden morgens etwas später für die Kunden bereit. Auch die grüne Abgeordnete Doris Hoch kann mit der aktuellen Regelung gut leben. Bauchschmerzen bereite ihr allerdings die Zunahme der unsicheren Arbeitsverhältnisse. „Ich glaube jedoch nicht, dass wir das Problem lösen, indem wir auf 22 Uhr oder 20 Uhr zurückstufen“, sagt Hoch. Wichtig sei allerdings, dass die Arbeit zu späteren Öffnungszeiten vernünftig bezahlt würde.

Die CDU fordert, die aktuelle Regelung beizubehalten. „In der Arbeits-, Wirtschafts- und Studienwelt wird ein hohes Maß an Flexibilität von jedem erwartet“, sagt der CDU-Abgeordnete Rainer Bensch. „Das verlangt nach sachgerechten Lösungen. Daher wäre das Rückfahren der Ladenöffnungszeiten ein Schritt in die falsche Richtung.“ Bremerhaven sei die einzige Großstadt an der Nordsee. Um auch für auswärtige Touristen ein Anziehungspunkt zu sein, seien längere Geschäftszeiten wichtig.

Auch der Handelsverband Nordwest kann die Pläne in Nordrhein-Westfalen, den Ladenschluss zu verkürzen, nicht nachvollziehen. „Für den Handel ist Verlässlichkeit wichtig. Gerade weil Bremerhaven und Bremen innerhalb Niedersachsens liegen, ist eine weitgehende Harmonisierung entscheidend“, sagt Nathalie Rübsteck vom Verband. Auch die FDP warnt vor einer Einschränkung der Ladenöffnungszeiten.

Eine solche würde auch der Leitung des derzeit rund um die Uhr geöffneten Aktiv-Marktes am Roten Sand nicht schmecken. „Das Angebot wird von den Kunden sehr gut angenommen. Wir haben rund um die Uhr gute Umsätze“, sagt Sven Rottwinkel, stellvertretender Leiter des Aktiv-Marktes am Roten Sand. Auch bezüglich der Arbeitsplätze würde sich der 24-Stunden-Markt lohnen: „Wir haben viele Leute dafür eingestellt.“

Arbeitnehmerkammer

Die Arbeitnehmerkammer hat die anstehende Gesetzesänderung zum Ladenschluss zum Anlass genommen, einen genaueren Blick auf die Beschäftigungsentwicklung nach 2007 zu werfen. In Bremerhaven sei der Beschäftigungszuwachs – trotz Ausweitung der Ladenöffnungszeiten und des Einzelhandelsangebots – eher niedrig ausgefallen, so die Arbeitnehmerkammer. Seit 2007 wurden 151 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Artikel vom 31.01.12 - 12:00 Uhr
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