
Am Wasser sollte der Bund fürs Leben unbedingt geschlossen werden, und so zog das Paar vor einem Jahr los, nach passenden Möglichkeiten zu suchen: „Da lag eine Mega-Luxusyacht im Neuen Hafen“, erinnert sich Marco Klawonn. Das wär’s gewesen, aber die Charter hätte 40 000 Euro gekostet. „Das hätte uns doch etwas überfordert“, sagt der Bräutigam und lacht. Die Dreimast-Barkentine gab’s für ein Viertel des Betrages – und bis zu 140 Hochzeitsgäste können auch noch mitfahren.
Nur einen Haken gab’s dann doch: Weil die Trauung auf hoher See nur vor Gott und nicht vor dem Gesetz Bestand hat, und auch der Standesbeamte seine Urkunde nur innerhalb der Stadtgrenzen unterschreiben darf, vollzogen Nina und Marco den offiziellen Akt längst – im Dezember und ohne irgend jemandem etwas zu sagen. „Ehrlich gesagt: Heimlich, ganz schnell. Für uns zählt der Tag auf der Weser“, sagen sie.
Doch weil ein Schiff eben nur ein Schiff ist, musste noch ein Hochzeitsplaner – der einst Witze für Harald Schmidt schrieb – her, damit der Tag der Tage endgültig für alle, die dabei waren, zum unvergesslichen Erlebnis wird.
Da kam sie nun herüberspaziert, die Braut: Im Atlantic Hotel Sail City hatte sie sich auf den Tag vorbereitet und ging erst an Bord, als die Gäste schon ein kühles Getränk in Händen hielten. Ein Redner wurde engagiert, das Deck mit Blumen dekoriert – und der Bräutigam in seinem Smoking so lange unter Deck verfrachtet, bis die „Atlantis“ die Wesermündung erreicht hatte. „Ich darf sie erst auf See sehen.“ Zwei Musiker an Bord spielten für 116 Gäste „chillige Gitarrenmusik“, eine Sängerin gab den „Tanz der Moleküle“ zum besten – „unser Lied“, sagt Marco Klawonn. Als Informatiker sei er wohl eher ein sachlicher Mensch, aber mit dem einen oder anderen Taschentuch sei wohl doch zu rechnen, gestand er. Am Abend sollte die Barkentine wieder in den Neuen Hafen einlaufen und eine rauschende Partynacht mit Discjockey beginnen.
In der Disco haben sie sich kennengelernt, „ganz klassisch“ vor sieben Jahren. Seitdem sind sie ein Paar, in Stinstedt zu Hause und längst eine Familie: Die Söhne Elon und Bela sind vier und ein Jahr alt.
Heute nimmt die „Atlantis“ Kurs auf Helgoland. Zwei Tage lang will die Hochzeitsgesellschaft zusammen segeln. Leinen los fürs Eheglück!
