
Bei der BIS wird insbesondere das Angebot Hannover begrüßt. „Alles in einem Radius von zwei bis drei Stunden Anreise ist für einen Tagesausflug interessant“, sagt Touristik-Bereichsleiter Jochem Schöttler. Für Hannover liegt die Seestadt in diesem Radius. Und: Weil es um den Regionalexpress geht, dürften Bahnreisende das Niedersachsen-Ticket nutzen. Besucher, die damit in Bremerhaven eintreffen, würden „spürbar mehr“, so Schöttler.
Am Montag hat die federführende Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) das neue Fahrplankonzept offiziell vorgestellt. Nach Jahren wieder eine durchgehende Verbindung nach Hannover zu bekommen, ist für Bremerhaven der größte Pluspunkt. Bisher heißt es Umsteigen in Bremen. Der Zug, der mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde unterwegs sein soll, fährt im stündlichen Wechsel mit dem durchgehenden Regionalexpress von Bremerhaven nach Osnabrück. Unterm Strich addieren sich die RE-Linien zu einem Stundentakt zwischen Bremen und Bremerhaven-Lehe. Verkehrssenator Dr. Joachim Lohse (Grüne) spricht von einem „großen Qualitätssprung auf der Schiene für Bremerhaven“.
Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) begrüßt den Ausbau der Zugverbindungen und den Stundentakt für Bremerhaven. „Seit dem Abkoppeln unserer Stadt vor gut zehn Jahren vom ICE-Netz haben wir dies immer wieder eindringlich gefordert“, so Grantz. Wünschenswert wäre es allerdings gewesen, dass dieser wichtige Schritt schon eher stattgefunden hätte. „Ich kann das nur begrüßen“, sagt SPD-Fraktionschef Sönke Allers. Artur Beneken (SPD), Stadtverordnetenvorsteher und eingebunden in die Verhandlungen um die Bahnanbindung, fügt hinzu: „Das ist eine erhebliche Verbesserung für den Standort Bremerhaven.“ Er denkt dabei nicht nur an die, die Seestadt besuchen, zum Arbeiten kommen oder geschäftlich unterwegs sind, sondern auch an diejenigen, die hier in den Zug steigen. Durch die engere Taktung würden sie die Fernzüge besser erreichen.
„Darauf kann man sich freuen als Bremerhavener“, kommentiert CDU-Fraktionschef Paul Bödeker und hebt auf die Direktverbindung nach Hannover ab. Hannover sei ein wichtiges Drehkreuz im Bahnverkehr: „Deshalb ist das eine gute Sache.“
„Ein Schritt in die richtige Richtung“ sind die Änderungen auch für Claudius Kaminiarz von den Grünen: „Das macht Bremerhaven attraktiver und fördert das Umsteigen der Bremerhavener auf die Bahn.“ Dass eines Tages wieder eine Fernverkehrsverbindung eingerichtet wird, halten die Grünen „nicht für abwegig“.
