
Bremerhaven. Schokolade mit Senfgeschmack? Klingt nach Scherzartikel. Aber Thomas Wüppermann macht keine Witze. Für ihn sind solch ungewöhnliche Mischungen Ausdruck von Kreativität. Die beeindruckte auch die Jury, die das Unternehmen jetzt mit 50 000 Euro prämiierten. Für sie war die Schokoladenmanufaktur die süßeste Versuchung seit es den Gründerpreis gibt.
Wüppermann war einer von 18 Bewerbern, die sich mit ihren Unternehmenskonzepten für den 13. Gründerpreis beworben hatten. Ganz knapp sei die Entscheidung gewesen, war gestern Abend am Rande der Preisverleihung im Forum der Sparkasse zu hören. Der Gründer, so die Jury, habe eine Marktnische entdeckt. Die Wachstumschancen seien groß.
Der gelernte Konditor, Bäcker, Koch und Kaufmann ist mit seiner ehemals auf Helgoland angesiedelten Schokoladenmanufaktur in den Fischereihafen umgesiedelt. Seit August stellt er in der ehemaligen Fischauktionshalle X auf zwei Etagen mit zurzeit fünf Mitarbeitern in Handarbeit Schokolade und Pralinés her. „Wenn es läuft, möchte ich bald 13 Mitarbeiter in der Produktion beschäftigen“, sagt.
Dass es läuft, daran haben die Stifter des Gründerpreises – die Dieckell-Stiftung, die Sparkasse Bremerhaven und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS – keine Zweifel. Dass die Gewinnsumme von 50 000 Euro dennoch in drei Raten über drei Jahre ausgezahlt wird, liegt in der Satzung begründet. Zweimal werde noch danach gesehen, ob das Geschäft sich wirklich wie erhofft entwickelt, erläutert der designierte BIS-Geschäftsführer Nils Schnorrenberger und grinst: „Und von der Qualität der Pralinen, natürlich.“
Unter den Bewerbern, so Sparkassen-Direktor Claus Brüggemann, seien diesesmal auch zahlreiche Handwerksbetriebe und Unternehmensnachfolger gewesen. Das war durch die Änderung der Ausschreibungsbedingungen möglich geworden. „Die hohe Beteiligung spricht auch für ein gutes wirtschaftspolitisches Klima in Bremerhaven“, meinte Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD) beim Festakt gestern Abend, zu dem rund 400 Gäste gekommen waren. Den Festvortrag hielt der ZDF-Journalist Michael Opoczynski („Wiso“).

Das mit dem Senf in der Schokolade konnte dann auch noch geklärt werden. „Das war eine Auftragsarbeit für den Berliner Senfsalon“, erzählte Wüppermann. „Zurzeit experimentieren wir gerade mit Meersalz.“

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