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Die „Alex“ bleibt vorerst bei uns


Bremerhaven. Wenn die neue „Alexander von Humboldt“ auf See ist, könnte ihre Vorgängerin zur Besucherattraktion im Neuen Hafen werden. Denn ein Käufer für die bekannte Bark mit den grünen Segeln ist nicht in Sicht, deshalb wird das Schiff in Bremerhaven bleiben. Gestern lief die „Alexander von Humboldt“ in den Hafen ein. Das Schiff war den Sommer über auf Reisen – eine Abschiedstournee zu den großen Windjammertreffen. Von Thorsten Brockmann


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Die „Alexander von Humboldt“ ist von einer Reise rund um Skagen in den Neuen Hafen nach Bremerhaven zurückgekehrt. In drei Wochen wird die Bark außer Dienst gestellt. Foto: ls

3,8 Millionen Euro möchte die Deutsche Stiftung Sail Training (DSST) für den nach der „Gorch Fock“ bekanntesten deutschen Windjammer haben. Ein Hamburger Schiffsmakler bietet die Bark seit mehr als einem Jahr weltweit an. „Es gibt viele Interessenten“, sagt DSST-Vorstand Albert Bote, „aber keinen Käufer.“ Bemühungen, das Schiff in einem norddeutschen Hafen zu erhalten, seien häufig am Finanzierungsproblem gescheitert. Weil die Stiftung keine Not habe, den Windjammer zu verkaufen, werde die „Alex“ vorerst in Bremerhaven bleiben, sagt Bote. „Die Finanzierung des Neubaus steht auch ohne einen Verkauf.“ Dennoch bleibe es das Ziel der DSST, sich von der alten „Alex“ zu trennen. „Wir wollen und können keine zwei Schiffe betreiben“, sagt der Vorstand.

Das Schiff werde nach seiner Außerdienststellung im Oktober wahrscheinlich im Neuen Hafen liegen können und hin und wieder noch zu kleineren Reisen auslaufen, sagt Bote. Die Sicherheitszertifikate seien bis 2013 gültig, so lange könne die Bark segeln.

Am 9. Oktober läuft die „Alexander von Humboldt“ zu einem letzten Tagestörn aus, aber auch die sieben kleinen Reisen davor auf der Außenweser und nach Wilhelmshaven sind allesamt ausgebucht. „Wir erleben noch einmal einen Ansturm auf das Schiff“, sagt Bote, obwohl es bei der „Alexander von Humboldt II“ nicht anders aussehe. Die erste Tagesreise beginnt am 20. Oktober, eine Woche später verabschiedet sich der Neubau Richtung Kanaren und Kapverdische Inseln, wo er überwintert.

Rumpf mehr als 100 Jahre alt

Der Neubau und der Oldtimer mit seinem mehr als 100 Jahre alten Rumpf eines Feuerschiffs treffen sich am nächsten Freitag auf der Außenweser und sollen dann zusammen nach Bremerhaven segeln, begleitet von einem einzigartigen Empfangskomitee von Traditionsschiffen, Schleppern und Einsatzbooten. Gegen 14.15 Uhr sollen beide Windjammer weseraufwärts fahrend die Seebäderkaje passieren. Anschließend laufen die Schiffe in den Neuen Hafen ein. Nach dem Festmachen gibt es im Festzelt an der Kaje eine Skipperparty mit Livemusik. Seit 1986 ist die „Alexander von Humboldt“ mehr als 360 000 Seemeilen gefahren und hatte mehr als 35 000 Segler an Bord.

Nach der Taufe der Nachfolgerin „Alexander von Humboldt II“ am kommenden Sonnabend – erwartet werden dazu 800 geladene Gäste – stehen zunächst eine ganze Reihe von Ausbildungstörns für die Stammbesatzung der Bark an. Etwa 1000 Freiwillige aus allen Teilen Deutschlands gehören dazu, bei jeder Fahrt können 79 an Bord.


Artikel vom 17.09.11 - 07:00 Uhr
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