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Der pädophile „Pedoo Bäär“


Bremerhaven. Er nennt sich „Pedoo Bäär“. Sein Profilbild zeigt einen Kuschelbär mit Knopfaugen. Kindergärtner soll er nach eigenen Angaben sein, dazu „knuddelig und kinderfreundlich“. Mit dieser Identität hat ein offenbar Pädophiler über Monate versucht, im Internet-Netzwerk Facebook gezielt Kinder aus Bremerhaven anzusprechen und auch zu treffen. Eine besorgte Mutter schritt nun ein und informierte die Polizei. Jetzt ermittelt die Kripo. Von Dominic Rahe


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Als „Pedoo Bäär“ versuchte der Unbekannte bei Facebook Kontakt zu Bremerhavener Kindern aufzunehmen. Das Konto ist nun gesperrt. Montage nz

Es war am Ostersonnabend, als ihre Tochter (14) bei Facebook schrieb, dass sie jetzt zum Osterfeuer gehen würde. Und „Pedoo Bäär“, der mit dem Mädchen auf der Plattform befreundet ist, antwortete schon Sekunden später: „Wo gehst du denn hin? Vielleicht komme ich mit.“

Die Mutter der 14-Jährigen sah den Eintrag auf der virtuellen Pinnwand nur zufällig und wurde stutzig. „Der Name ‚Pedoo Bäär‘ kam mir sehr merkwürdig vor.“ Zu Recht. „Pedobär“ ist ein Kofferwort aus „pädophil“ und „Bär“. Die entsprechende Kuschelfigur ist so etwas wie ein Maskottchen der Pädophilen-Szene.

Noch am selben Abend meldete die Mutter ihren Fund bei Facebook, danach der Polizei. Das US-Unternehmen prüfte das Konto – und sperrte es am Mittwochmorgen, also etwa vier Tage später. Bis zur Sperrung des Kontos waren am Mittwoch 165 Freunde in dem Profil von „Pedoo Bäär“ gelistet, auffällig viele davon sind Kinder und Schüler aus Bremerhaven.

Bei der Kriminalpolizei geht man deswegen auch nicht von einem üblen Scherz aus. „So offen, wie hier der Kontakt gesucht wurde, besteht der Verdacht eines sexuellen Hintergrunds“, sagt Uwe Meyer-Bluhm, Präventionsbeauftragter der Kripo. Das Kommissariat für Sexualdelikte ermittelt nun. „Schon allein die Anbahnung eines Sexualdeliktes ist eine Straftat“, so Meyer-Bluhm. Klar ist bisher aber noch nichts.

Warum die 14-Jährige mit dem unbekannten Nutzer befreundet war, ist ebenfalls nicht geklärt. Ihre Mutter vermutet, dass Facebook unter Jugendlichen für enormen Druck sorgt: „Unter 600 ‚Freunden‘ ist man in der Schule wohl ein Niemand.“ So würden Schüler sogenannte Freundschaftseinladungen teilweise nur bestätigen, um mehr Kontakte in dem sozialen Netzwerk zu haben als die Mitschüler. Und genau das machen sich wohl inzwischen Pädophile zunutze. „Und nicht immer ist das so offensichtlich wie in diesem Fall“, warnt Meyer-Bluhm.

Erst kürzlich hatte sich ein vorbestrafter Pädophiler aus Baden-Württemberg bei Facebook als Fußball-Trainer Jürgen Klopp ausgegeben, um mit einem Zwölfjährigen Kontakt aufzunehmen. Zu einem Treffen kam es aber nicht. Die Kripo rät generell bei Facebook-Verdachtsfällen dieser Art, die entsprechende Seite sofort zu sichern. Meyer-Bluhm: „Mit einem Screenshot oder per Foto, und dann bei uns melden.“


Artikel vom 12.04.12 - 07:00 Uhr
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