Nicht alle Kurzgeschichten handeln vom Fruchtgummi. „Wie wurde der Prinz eigentlich zum Froschkönig?“, hat sie sich gefragt. Im Urlaub wurde sie zur Schriftstellerin, auch in der Freizeit zückte sie den Stift. „Es war immer mein Traum, ein Buch zu veröffentlichen“, sagt die Krankenschwester, die am Klinikum Bremerhaven Reinkenheide arbeitet. „Ich habe so viel Phantasie“, sagt Maike Reumann und winkt ab. Ihre ersten Geschichten hat sie schon vor Jahren in ein Heft geschrieben, danach kam eine Kladde, dann wurde alles digital, alle Geschichten sind im Computer.
Von da mussten die Zeilen in Buchform gebracht werden. Druck wollte sich die 33-Jährige nicht machen, es sollte ein Hobby bleiben. Auf Umwegen hörte sie von einem Verlag in Hamburg. „Ein selbst veröffentlichtes Buch für 40 Euro, das fand ich zwar komisch, habe aber keinen Haken gefunden“, sagt die Autorin. Und das Abenteuer gewagt.
Sie spannte ihren Freund als Korrektor ein und wartete anschließend auf die Kleinauflage. „Ich habe gehofft, dass es bis Weihnachten klappt, daraus wurde aber nichts“, sagt sie. Dann visierte sie als Termin ihren Geburtstag im Februar an und wurde belohnt: Eine Woche später hielt sie ihr Erstlingswerk in den Händen. „Ich habe es meinen Eltern und meiner Oma geschenkt“, sagt sie nicht ohne Stolz.
Geldverdienen kann sie mit ihrem ersten Buch noch nicht, „aber darum geht es auch nicht“. In ihrem Kopf spuken schon die nächsten Geschichten herum, Stoff gibt es genug. „Es sind auch eigene Kindheitserinnerungen“, sagt sie. Von ihrer Mutter, die abends unter der Bettdecke einen „Müllsack“ vermutete und der Kinderarm zu einer Trompete wurde.
Tränen der Rührung Aber auch Nachdenkliches hat sie zu Papier gebracht. Von Tim, der zu Weihnachten über arme Menschen nachdenkt und nach einer Lösung sucht. „Meine Freundin hat vor Rührung geweint“, sagt sie. Doch nicht nur ihr Freundes- und Familienkreis zählt zu ihren Fans. „Auf der Seite libri.de habe ich schon super Komplimente bekommen“, sagt sie strahlend.
Das Schreiben muss sie jetzt erstmal vernachlässigen. Denn Maike Reumann strickt gerade an ihrem eigenen Glück und startet neu durch – mit einem neuen Job in Berlin, wo ihr Freund wohnt.
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