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Das Eisvergnügen in der Stadt fällt aus

Bremerhaven. Lange Gesichter bei allen Schlittschuh-Freunden: Die zugefrorenen Seen und Teiche locken aufs Eis. Und während allerorts schon gefahren wird, heißt es hier: Betreten verboten. Nach dem Willen des Gartenbauamtes soll das auch so bleiben.

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Mag die Verantwortung nicht übernehmen: Leroy Czichy.

„Es ist nicht nur verboten, es ist sogar lebensgefährlich“, meint Leroy Czichy, Leiter des Gartenbauamtes. Czichy und seine Mitarbeiter sind für die Freigabe der Eisflächen verantwortlich, müssten bei Bedarf die Feuerwehr in Bewegung setzen. Die misst dann, wie dick das Eis ist.

Verkehrssicherungspflicht

Bei durchgehend mehr als 15 Zentimetern Eisdicke könnten die Seen offiziell freigegeben werden, aber das wird nicht passieren. „Wir werden die Feuerwehr nicht beauftragen“, sagt Czichy. Dass er bei manchen Bremerhavenern als Spielverderber gilt, nimmt er in Kauf. „Ich kann nur dringend davon abraten, die Eisflächen zu betreten“, sagt er. Das Gartenbauamt habe die Verkehrssicherungspflicht. Wenn etwas passiere, könne das Amt dafür verantwortlich gemacht werden – und in letzter Konsequenz Czichy. „Diese Verantwortung kann ich nicht übernehmen“, sagt er.

Der Wetterbericht prognostiziert steigende Temperaturen. Für Anfang nächster Woche sind tagsüber Werte um den Gefrierpunkt vorhergesagt. „Es war gerade mal eine Woche richtig kalt, das reicht nicht“, glaubt Czichy. Seit dem 28. Januar liegen die Temperaturen konstant unter null Grad, die durchschnittliche Temperatur für Februar liegt bei minus 8,8 Grad.

Sicherlich gebe es schon Eis, das dick genug sei, sagt Czichy, aber auch viele Stellen, die noch zu dünn seien, einen Menschen zu tragen. Viele kümmert das nicht: Auf dem Bootsteich in Speckenbüttel spielen Schülermannschaften Eishockey, im Bürgerpark sind Schlittschuhläufer unterwegs, auch auf dem Holzhafen und am Ackmann. Wenn die Polizei Eisläufer erwischt, werden sie zum Verlassen aufgefordert. So wie Antje Assheuer und ihre Kinder gestern Nachmittag. Dabei habe sie sich bei Eisforschern informiert und die Antwort erhalten: Nach fast zwei Wochen strengem Frost könne sie gefahrlos aufs Eis.

Viele der zugefrorenen Gewässer hätten noch aktive Zu- und Abflüsse, sagt Czichy. Über die zirkuliere unter der Eisdecke deutlich wärmeres Wasser. „Besonders diese Stellen sind gefährlich.“ Einzelne Areale auf den Seen und Teichen abzutrennen, sei logistisch kaum in den Griff zu bekommen. „Flatterband reicht ja nicht. Man müsste 50 Bohrungen pro See machen“, so Czichy. Die Feuerwehr schreibe eine entsprechende Rechnung. (ts)

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Kein Eislauf auf dem Bootsteich : Antje Assheuer und ihre Kinder Gesa (links) und Koos müssen ihre Schlittschuhe wieder ausziehen. Fotos ls
Artikel vom 08.02.12 - 12:00 Uhr
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