
Der Bremer Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte alle Hoteliers in Bremerhaven und Bremen angeschrieben. Hauptgeschäftsführer Thomas Schlüter erhoffte sich Rückmeldungen, ob es wegen der „Bettensteuer“ weniger Buchungen oder sonstige Probleme gebe. Bis heute hat er jedoch keine Antwort erhalten. Daher geht er davon aus, dass Buchungen nicht in großem Umfang ausgeblieben sind. „Das scheint nicht der Fall gewesen zu sein, sonst hätten sich die Mitglieder sicher gemeldet“, vermutet er. Schlüter hofft daher, dass befürchtete Probleme gar nicht erst eintreten.
Die meisten Hotels im Land hätten die „Bettensteuer“ an die Kunden weitergegeben, sagt er. Pensionen und Gästehäuser müssen einen Euro pro Person und Nacht zahlen, Hotels bis zu drei Sternen zwei Euro, ab vier Sternen drei Euro.
Die Buchungen seien ungefähr gleich geblieben, sagt Alexander Reinhardt, Empfangschef im Atlantic-Hotel Sail City. „Die meisten Gäste sagen nicht allzu viel über die Bettensteuer“, sagt er. „Sie kennen sie teilweise aus anderen Städten.“ Einige zeigten jedoch Unverständnis. Bei Gästen, die bereits vor dem Steuerbeschluss gebucht hatten, habe das Hotel teilweise die Mehrkosten übernehmen müssen. Das gleiche habe für eine Großveranstaltung gegolten. 3,21 Euro müssten Gäste in dem Hotel pro Nacht mehr bezahlen, da auch für die 3 Euro wiederum Mehrwertsteuer gezahlt werden müsse, so Reinhardt.
Der zweite Dehoga-Vorsitzende in Bremerhaven, Piet Rothe, spricht von einem „enormen Image-Schaden“ für die Seestadt. Die Abgabe schädige den Tourismus. In seinen Hotels Amaris und Adena hat er einen Buchungsrückgang von acht Prozent verzeichnet. Er wisse allerdings nicht, ob dies an der Bettensteuer liege oder daran, dass bei den touristischen Attraktionen etwas mehr Ruhe eingekehrt sei. Hinzu komme, dass es viele neue Betten in Pensionen gebe, so dass sich die Gäste stärker auf die Unterkünfte in der Stadt verteilten. In den beiden Hotels betrage die Steuer 2,14 Euro pro Nacht und Person. „Im Doppelzimmer sind das 4,28 Euro pro Nacht. Das ist ganz schön viel Geld“, ärgert sich Rothe. „Vielen Kunden stößt die ,Bettensteuer’ daher sauer auf.“ Insbesondere Nachverhandlungen mit Gruppen, die vor dem Steuerbeschluss gebucht hatten, stellten Hoteliers vor ein enormes Problem.
Angaben zu den Steuereinnahmen in den ersten drei Monaten könnten frühestens in zwei Wochen gemacht werden, sagt Kämmerer Michael Teiser (CDU). Derzeit würden die Hoteliers melden und überweisen.

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