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Beim Lloyd grummelt es


Bremerhaven. Wie die Zukunft für die 400 Mitarbeiter der Lloyd Werft aussehen wird, ist wieder etwas unsicherer. Verhandlungen zwischen Werftspitze sowie Betriebsrat und IG Metall wird es nicht geben. Abgesagt. Ein Nein gab es auch zum Kompromissvorschlag von Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). „Nicht weitreichend genug. Wir arbeiten schon an einem werftübergreifenden Konzept“, sagte Carsten J. Haake am Freitag auf Nachfrage. Von Jürgen Rabbel


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Die Schiffbau-Krise mache sich lokal auch im Konkurrenzkampf im Dockgeschäft bemerkbar, sagt Carsten J. Haake von der Lloyd-Werft. Foto eer

Seitdem die Lloyd Werft in zwei Unternehmensteile gespalten ist, rumort es im Betrieb. Die 400 Beschäftigten wollen Sicherheit, die Betriebsführung mehr Beweglichkeit, um für neue Partner interessant zu sein. Um den Frieden im Betrieb zu wahren, erarbeitete Grantz als Vermittler zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern einen Kompromiss, auf dessen Grundlage beide Parteien noch im Juni ankündigten, die Verhandlungen aufzunehmen. Doch daraus wird nichts mehr. Die Arbeitgeberseite stieg Donnerstagabend aus. Zur Überraschung von Betriebsrat, IG Metall und Oberbürgermeister

Falsches Signal

„Der Kompromiss bringt uns wirtschaftlich nicht wirklich weiter“, sagte Haake gestern. Er ist Vorstandsmitglied der Lloyd Werft AG und Geschäftsführer der Lloyd Investitions- und Verwaltungs GmbH. Außerdem sei die Forderung des Betriebsrates, den neuen Tarifabschluss sofort umzusetzen, ein Signal in die falsche Richtung. Jährliche Mehrkosten: rund 899 000 Euro. „Wir suchen nach Einsparungsmöglichkeiten, aber dieses Zeichen deutet in die andere Richtung“, so Haake. Nur weil jetzt werftübergreifend bei den Motorenwerken, der Lloyd Werft und Rickmers-Lloyd nach Synergieeffekten geguckt werde, „ist es nicht richtig gleich zu vermuten, dass auch Mitarbeiter abgebaut werden sollen“, betonte Haake. „Bis Ende September hoffen wir, das Konzept ausgearbeitet zu haben.“

„Wir sind davon völlig überrascht worden“, sind sich Lloyd-Betriebsratsvorsitzender Daniel Müller und IG-Metall-Chef Karsten Behrenwald einig. „Wir sind enttäuscht. Das hätten sie uns auch per Mail mitteilen können. Wir waren auf Verhandlungen eingestellt, so wie es uns am 22. Juni schriftlich mitgeteilt wurde. Und jetzt das.“ Den Tarifabschluss vorzuschieben, sei ein starkes Stück. „Das war schon damals bekannt“, betont Behrenwald.

Forderungen nicht überzogen

„Wir haben immer gesagt: Uns ist es wichtig, dass die Mannschaft zusammen bleibt, im Metall- und Elektrotarifvertrag verbleibt und eine Insolvenzabsicherung her muss. Dann sind wir auch bereit, einen Ergänzungstarifvertrag abzuschließen“, so die Gewerkschafter. „Auch über längere Arbeitszeiten hätten wir dann reden können.“ Schlechtere Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzabbau sieht Müller nun auf die Lloyd-Kollegen zukommen. „Wir werden überlegen, wie wir reagieren.“ Wie im Dezember komme die Angst vor der Zerschlagung wieder hoch. „Ein Stochern im Nebel“, sagt Behrenwald.

Überrascht war von der Absage der Arbeitgeber auch Oberbürgermeister Melf Grantz. „Ich bin enttäuscht“, meinte er auf Nachfrage. „Schriftlich mitgeteilt worden war mir im Juni Verhandlungsbereitschaft. Am Donnerstag sollte dafür der Termin gesucht werden.“ Überzeugt ist Grantz davon, dass es ohne Gespräche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern schwer werde, einen für alle guten Weg zu finden.

Artikel vom 14.07.12 - 16:00 Uhr
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