
Nach dem Platzverweis von der Seebäderkaje hat es eine Aussprache mit den Tourismusförderern der BIS gegeben, Herr Flöder. Worauf haben Sie sich verständigt?
Zunächst mal darauf, dass das alles ziemlich unglücklich gelaufen ist. Das sehen beide Seiten so. Wir haben uns aber auch darauf geeinigt, dass wir jetzt zusammen versuchen, einen neuen geeigneten Standort in Bremerhaven für unsere Luftkissenboot-Touren zu finden. Alles in enger Abstimmung.
Wurde Ihnen schon ein Liegeplatz in Aussicht gestellt?
Nein. Die Seebäderkaje steht sicherlich nicht mehr zur Debatte (lacht). Wir wollen uns aber noch in dieser Woche genau umschauen. Ich bin der Überzeugung, dass das öffentliche Interesse an diesem Fahrgeschäft groß genug ist, dass die Leute dafür auch eine Anfahrt in Kauf nehmen.
So viele Alternativen gibt es ja nicht zur Seebäderkaje.
Das muss man jetzt prüfen. Der Fischereihafen ist natürlich keine wegen der Schleusenzeiten. Vielleicht reicht es ja schon, etwas weiter entfernt von den Havenwelten abzufahren.
Es gab öffentlich viele Klagen über die Lautstärke Ihres Fahrgeschäfts. Gab es neben den Kritikern auch Menschen, die Ihnen Mut zugesprochen haben? Sie sind ja immerhin für Ihre Idee aus Hamburg nach Bremerhaven gezogen und nach drei Tagen war alles vorbei.
Erstmal muss ich sagen: Die ganzen Klagen wurden nie direkt an uns herangetragen. Ich habe das aus den Medien erfahren. Was ich direkt mitbekommen habe, war Zuspruch. Es gab viele E-Mails von Leuten, die gesagt haben: Lasst Euch nicht unterkriegen, macht weiter, das ist eine gute Idee, so etwas braucht Bremerhaven. Das war schön zu hören und hat uns Auftrieb gegeben. Für mich ist das nicht selbstverständlich.
Haben Sie es versäumt, sich ein Lärmgutachten für das Luftkissenboot einzuholen?
Nein. Ein Luftkissenboot ist ein Wasserfahrzeug, und für die gibt es keine Lärm-Regularien. Jedenfalls wäre mir das nicht bekannt. Ansonsten könnte man es ja stilllegen. Das kann aber ja offensichtlich niemand. Es gab nur einen Platzverweis, kein Fahrverbot.
Die BIS hat Sie auch nie auf die Lärm-Problematik hingewiesen?
Die Lautstärke des Fahrzeugs war schon immer wieder Thema, doch. Aber das Erste, was ich den Tourismusförderern damals gesagt habe, war: Leute, ich habe hier eine Idee, die ist aber nicht ganz leise! Das muss aber wohl kein Problem gewesen sein. Schließlich wurde uns ja der Liegeplatz an der Seebäderkaje zugewiesen, genau im Zentrum also. Was ich damals versprochen habe, war, den Lärm so erträglich wie möglich zu halten. Offenbar hat das einigen aber nicht gereicht.
Wie sehen die Naturschutz-Behörden ihr Treiben?
Die Naturschützer haben mir ihre Bedenken vorgetragen, dass Tiere und Pflanzen eventuell zu Schaden kommen. Das wollen wir natürlich auch nicht. Deswegen geben wir jetzt freiwillig ein ornithologisches Gutachten in Auftrag, in dem geklärt werden soll, ob wir die hier ansässigen Watvögel stören oder nicht. Je nachdem, wie das ausfällt, würden wir unsere Zeiten und Routen anpassen.
Klingt nach viel Arbeit. Flirten Sie nicht schon mit anderen Städten?
Sagen wir mal so: Bremerhaven war und ist immer noch unsere erste Wahl. Schließlich haben wir uns lange nach einer passenden Stadt umgesehen. Dass wir nach Bremerhaven gekommen sind, weil wir woanders abgeblitzt sind, wie manche erzählen, stimmt übrigens nicht.
