
Mit Hilfe dieser „Namensrechte-Partner“ soll der Zuschuss der Stadt verringert und der Haushalt entlastet werden. Aber welches Unternehmen will sich das leisten? Bereits vor zwei Jahren war die SWB als Namensgeber für die Eishalle im Gespräch. Angeblich scheiterte die Zusammenarbeit am Preis.
Denkbar wäre auch ein Engagement von Firmen der Windkraftbranche. Areva ist immerhin schon Trikotsponsor des Fußballbundesligisten FC Nürnberg. Womöglich kann sich aber auch Frosta ein großes Logo auf dem Dach von Eis- oder Stadthalle vorstellen. Stark vertreten im Sponsoring ist auch Getränke-Hersteller Red Bull, der gerade das Eishockey-Team des EHC München finanziell gerettet hat. Der Bezug zu Bremerhaven ergibt sich aus der Tatsache, dass der Red-Bull-Export über die Stromkaje in Richtung USA geht.
Aber das sind alles Spekulationen, an denen sich Dr. Ralf Meyer vom Referat für Wirtschaft nicht beteiligen will. Er bestätigt aber, dass es eine Arbeitsgruppe gibt, die die Namensvergabe vorbereitet. Interessenten können die Namensrechte an Stadthalle und Eishalle im Paket erwerben oder getrennt nur für eine der beiden Veranstaltungsorte. Laut Meyer werden Unternehmen gesucht, die zur Stadt und zu den Hallen passen und die in Bremerhaven und der Umgebung ihren Bekanntheitsgrad erhöhen wollen.
Ein Trumpf in der Hand der Vermarkter sind die beiden Sportclubs. Durch die Eisbären (erste Basketball-Liga) und die Pinguins (zweite Eishockey-Liga) wird der Namen der Spielstätte bundesweit in den Medien genannt.
Aber was bedeutet das? Mit einer Marktanalyse will die Arbeitsgruppe definieren, wo man steht, um dann Angebotspakete zu schnüren. Zum Vergleich: Die Stadthalle der Stadt Bremen hatte einst jährlich 500 000 Euro vom Finanzdienstleister AWD kassiert. Danach bekam die ÖVB-Versicherung die Namensrechte. Der Preis blieb geheim, dürfte aber wesentlich niedriger ausgefallen sein.
Vor zwei Jahren wurde bereits über das Thema in Bremerhaven nachgedacht. Ex-Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD) kündigte an, dass die Stadt über eine Ausschreibung Sponsoren suchen will. Aber das Geschäft erwies sich als sehr schwierig. Meyer sieht das anders: „Über eine Ausschreibung findet man niemanden, das scheidet aus. Das funktioniert nur über die direkte Ansprache“. Klinkenputzen steht also auf dem Programm.

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