
Wie und wofür genau – darüber schweigt sich die Hafengesellschaft Bremenports noch aus. Sie verwaltet das Wahrzeichen für dessen Eigentümerin, die Stadt Bremen. „Wir sind hart dran an der Sache“, sagt Bremenports-Geschäftsführer Holger Banik. Er hoffe auf „greifbare Perspektiven“ bis zum Sommer.
Eine klare Ansage aber gibt es konzeptionell: „Wir wollen in Absprache mit dem Häfen- und Wirtschaftsressort und dem Denkmalschutz eine hohe touristische Attraktivität des Kraftwerks, um das Thema Hafen stärker in die Stadt zu integrieren. Es soll“, sagt Banik, „ein Magnet werden.“ Denkbar sei, in der ehemaligen Maschinenhalle und dem Kesselhaus „eine industrielle Produktion“ für Publikum zu öffnen.
Doch es geht nicht allein um die maritime Immobilie – deren nötige Renovierung und Sanierung sanitärer Anlagen der neue Betreiber selbst zu finanzieren hat: Wer das Gebäude erwirbt, muss auch das Grundstück darunter mieten. „Das behält Bremenports im Erbbaurecht.“
Zum Kraftwerk handelt sich ein Käufer auch den historischen Druckwasser-Drehkran von 1899 an der Westseite des Kaiserhafens I ein. Beide Wahrzeichen standen seit den 80ern unter Obhut der Vereine „Maritimer Denkmalschutz“ und „Rettet den Leuchtturm Roter Sand“.
Die hatten 1996 die Restaurierung des Krans initiiert. Im Kraftwerk wurden bis zum Baubeginn der neuen Kaiserschleuse 2007 Trödelmärkte und Kleinkunst-Darbietungen etabliert. Danach nutzte Bremenports das Haus für eine Ausstellung über die Bauarbeiten der Schleuse. Die Vereine, sagt Banik, haben den Nutzungsvertrag zu Jahresende 2011 gekündigt – „aber inzwischen wieder eine Nutzung vereinbart“, stellt Jens Grotelüschen klar. Der Vorsitzende des Fördervereins Maritimer Denkmalschutz möchte in dem 600 Quadratmeter großen Gebäude „im Rahmen des geplanten maritimen Denkmalpfades Ausstellungen organisieren. Wir wollen den Betreiber unterstützen, Publikum anziehen.“
Krankte das Kraftwerk vor Jahren noch an seiner Insellage, ab vom Schuss zwischen Columbuskaje und Kaiserhafen, könnte es zum neuen Bindeglied zwischen den Attraktionen Kaiserschleuse und Havenwelten werden: „Die Stadt wächst ja entlang des Neuen Hafens aufs Columbus Cruise Center zu“, sieht Grotelüschen das Potenzial des Standorts. Außer einem „unkritischen Riss“, ist Banik beruhigt, habe das alte Haus die Bauarbeiten der Schleuse „stand- und wehrhaft“ verkraftet. „Wir sind sehr froh, dass es nicht abgerissen wurde.“
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