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Alex-Abschied unter vollen Segeln


Fischereihafen. Der Countdown läuft: Heute um 7 Uhr soll die „Alexander von Humboldt“ bei Bredo ausgedockt werden. Anschließend verholt die 105 Jahre alte Bark an die Ausrüstungskaje der BVT-Werft im Fischereihafen. Am Dienstag kehrt das Traditionsschiff dann Bremerhaven den Rücken. Kurs Bahamas. Ein endgültiger Abschied. Von Jürgen Rabbel


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Heute soll die „Alexander von Humboldt“ ausgedockt werden. Dienstag sticht die „Alex“ dann zum letzten Mal von Bremerhaven aus in See. Ausgeflaggt wird die Bark wahrscheinlich nicht. „Weil es schon ein Kreuzfahrtschiff mit dem Namen gibt, müsste sonst der Schiffsname geändert werden. Und das möchte ich nicht“, betont Eigner Manfred Spitzkowsky. Fotos bel

Im Dezember hatte der Bremerhavener Unternehmer Manfred Spitzkowsky den Großsegler von der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST) gekauft. Seitdem wurde die „Alex“ für die rund 6000 Kilometer lange Seereise nach Freeport (Grand Bahama) fit gemacht. Künftig werden mit dem Segelschiff Tagestouristen durch die Karibik schippern.

Am 2. Januar war die Bark ins Bredo-Dock gegangen. Die „grüne Lady“ musste noch einen neuen Unterwasseranstrich erhalten. „Außerdem wurde eine Dichtung ausgetauscht“, berichtet Spitzkowsky. „Ein Tampen hatte sich zwischen Antriebswelle und Propeller gewickelt und die alte Dichtung beschädigt.“ Ausgetauscht wurde in den vergangenen Wochen auch ein Dieselmotor für die Stromversorgung. „Und die Hauptmaschine ist komplett überholt worden“, so Spitzkowsky. Unter Deck wurde außerdem eine der beiden Mannschaftsmessen etwas umgebaut. „Wir haben dort einen Bartresen eingebaut.“ Neben Tischen und Bänken wurde in dem Bereich auch die Heizung ausgebaut. „Die brauchen wir in der Karibik nicht“, meint Spitzkowsky.

Auch die „Puma-Käfige“, so wurden die Acht-Mann-Kabinen auf der „Alex“ genannt, wurden um ein paar Kojen verkleinert. Dort werden künftig die Ersatzsegel lagern. Viel mehr wird sich unter Deck auf dem Großsegler nicht verändern. „An Deck werden wir dann noch 80 Sitzplätze schaffen“, so Spitzkowsky. Die Bänke sollen auf der letzten Etappe zwischen Bridgetown (Barbados) und Freeport montiert werden.

Proviant und Ersatzteile

Für die 55 Tage dauernde Überführungsfahrt wird die „Alex“ heute an der BVT-Kaje ausgerüstet. Proviant und Ersatzteile kommen an Bord. Die ersten der 25 Besatzungsmitglieder sind bereits gestern die Gangway hochgelaufen. „Die Crew kennt das Schiff bestens. DSST hat uns super unterstützt“, betont Spitzkowsky. Morgen, Dienstag, soll die „Alexander von Humboldt“ gegen 13 Uhr in die Fischereihafen-Doppelschleuse gehen. „Und zwischen 13.30 und 14.30 Uhr wird die ‚Alex‘ dann hoffentlich unter vollen Segeln die Strandhalle passieren“, wünscht sich Spitzkowsky. „Es haben sich schon DSST-Mitglieder angesagt, die ihren ,Traum in Grün‘ gebührend verabschieden wollen.“ Unter anderem wolle der „Müllfischer“-Musiker Jan Hoheisel zum Abschied auf seinem Akkordeon spielen. „Ob die ,Alex‘ jemals wieder Bremerhaven anläuft? Es ist eher unwahrscheinlich“, meint Spitzkowsky. „Die Entfernung für einen Abstecher zu einem Großseglertreffen ist einfach zu groß.“

Erstes Ziel: Teneriffa

Von Bremerhaven aus segelt die Bark zunächst unter dem Kommando von Kapitän Harald Meyer nach Teneriffa. „Wahrscheinlich wird es eine ruppige Überfahrt. Aber wir hoffen am 28. oder 29. Januar dort Anker werfen zu können“, sagt Spitzkowsky. Nach einem Mannschaftswechsel geht es am 1. Februar in Richtung Barbados. In Bridgetown wird wieder ein Teil der Besatzung wechseln, bevor es dann am 1. März die letzte See-Etappe beginnt. Das Kommando wird dann Kapitän Ulrich Lamprecht haben. „Er bleibt für sechs Monate und wird in der Zeit auch die spätere einheimische Crew mit einweisen.“

Mit großem Bahnhof wird die „Alex“ dann am 14. März in Freeport einlaufen. „Fernsehteams und andere Medien haben sich schon angekündigt“, freut sich Spitzkowsky. Im Rahmen einer Vip-Tour soll das Schiff dann zwei Tage später Hafenbehörden sowie Hotel-und Tourismusmanagern vorgestellt werden. „Eingeladen ist auch der Ministerpräsident der Bahamas, Hubert Ingraham. Nur zugesagt hat er noch nicht.“

„In Freeport wird ‚Kajak-Nature-Tours‘ unser Partner“, so Spitzkowsky. „Einer der führenden Öko-Reiseveranstalter auf Grand Bahama.“ Die deutsche Inhaberin des Unternehmens, eine gebürtige Bremerhavenerin, habe die Segel-Törns in ihr Programm aufgenommen. „Dadurch werden die Fahrten auch auf Kreuzlinern, die Freeport anlaufen, angeboten.“

Auf einen Blick

Was? Abschied „Alexander von Humboldt“

Wann? Dienstag, 10. Januar, zwischen 13.30 und 14.30 Uhr auf der Weser vor der Strandhalle.

Was noch? Erfahrene Seeleute, die mindestens ein halbes Jahr auf der „Alex“ als Deck-Matrose fahren möchten, können sich unter alexander-bahamas@t-online melden.


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Bredo-Vorarbeiter Jaroslaw Kreczko und Kai Papenfuß montieren den Propeller wieder auf der Antriebswelle der „Alex“.
Artikel vom 09.01.12 - 12:00 Uhr
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